Lyss

Bäume und Ballone für Bewegungsmuffel

LyssJunge und Alte haben das gleiche Problem: Bewegungsmangel. In Lyss soll ein Generationenspiel mit Posten entlang des Lyssbachs die Beweglichkeit fördern. Noch fast wichtiger aber ist die soziale Komponente.

Begegnung durch Bewegung: Das ist das Motto des Projekts «Hopp-la» – hier in Basel.

Begegnung durch Bewegung: Das ist das Motto des Projekts «Hopp-la» – hier in Basel. Bild: Alex Kaeslin (PD)

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Lyss wächst rasant. Bis nächstes Jahr entstehen 800 neue Wohnungen für 1700 Menschen. Dann wohnen in Lyss rund 15'500 Personen – 5000 mehr als noch vor zehn Jahren. Das bedeutet nicht nur das Übliche: mehr Verkehr auf den Strassen, mehr Kinder in den Schulen, mehr notwendige Infrastruktur. Es bedeutet auch mehr Anonymität.

Das Dorf, wo jeder jeden kennt und man sich grüsst und hilft, ist Lyss längst nicht mehr. «Es braucht frühzeitig Begegnungsräume, wo sich Menschen unterschiedlicher Generationen spontan begegnen und austauschen können», sagt Heinz Lüthi, Leiter der Abteilung Soziales. Insbesondere ein Zusammenwirken von Alt und Jung sei in Lyss keine Selbstverständlichkeit mehr.

Obwohl es hier laut Lüthi ein schlagendes generationenverbindendes Argument gibt. «Kleinkinder und Senioren haben dasselbe Problem: Sie bewegen sich zu wenig.» Er wisse von Kindern, die im Kindergartenalter zum ersten Mal im Wald sind oder keinen Purzelbaum schlagen können. Und die Älteren könnten durch gezielte Übungen Stürzen vorbeugen.

Baumstämme und Bälle

Für Bewegungsmuffel jeden Alters hat Lyss nun die Lösung: einen Generationenspiel- und Bewegungspark. Entlang des Lyssbachs sollen analog eines Vita-Parcours verschiedene Posten zum Spielen und Bewegen animieren. «Der Lyssbach ist unsere Riviera», sagt Lüthi. Es sei wichtig, ein solches Projekt an einem bereits belebten Ort anzubieten.

Der beliebte Spazierweg und der künftige Parcours reicht vom Viehmarktplatz via Knechtpark und Stegmattschulhaus bis zum Altersheim. Derzeit werden die detaillierten Pläne erstellt. Laut Heinz Lüthi sollen die Geräte an den Posten von Jung und Alt gleichzeitig genutzt werden können. «Die Geräte sollen sowohl die Interaktion zwischen Jung und Alt wie auch die Bewegungskoordination und die Kraft fördern.»

Da gibt es einen Baumstamm zum Drüberbalancieren, Tanzspiele oder Bälle und Ballone, mit denen Geschicklichkeitsübungen durchgeführt werden. «Die soziale Komponente schwingt überall mit», sagt Lüthi. Im Sommerhalbjahr sollen zudem entlang der Strecke Veranstaltungen stattfinden.

Start im Sommer

Der Auftakt zum Generationenparcours findet im Sommer auf dem Viehmarktplatz statt, wo ein Wasserspiel installiert werden soll. Die weiteren Posten kommen dann laufend hinzu, der gesamte Aufbau kann sich über mehrere Jahre erstrecken. Die Kosten betragen voraussichtlich eine halbe Million Franken; im letzten Herbst hat der Gemeinderat einen Projektierungskredit von 50'000 Franken bewilligt.

Vorbild für die Lysser ist das Projekt «Hopp-la» in Basel. Die dahinterstehende Stiftung hatte den Generationenparcours nach dem Motto «Begegnung durch Bewegung» ins Leben gerufen. «Nach Basel sind wir schweizweit erst der zweite Ort, der die Idee umsetzt», sagt Heinz Lüthi.

In Lyss wird das Projekt unter der Leitung der Abteilung Soziales aufgegleist. Die Stiftung Hopp-la ist bereit, das Projekt fachlich und finanziell zu unterstützen. Laut Lüthi gibt es bereits viele Interessierte, die sich aktiv beteiligen wollen. «Es sind Ideen und Engagement gefragt, damit der Parcours irgendwann eigendynamisch funktioniert.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.01.2018, 11:01 Uhr

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