Bahntangente Biel-Thun gefordert

Biel/Thun

Zwischen Biel und Thun sollen wochentags Pendlerzüge ohne Umkehrhalt in Bern verkehren. Die Idee einer schnellen Berner Bahntangente lanciert die Sektion Bern der Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr (IGöV) neu.

Mit dem Vorschlag will die IGöV Bern bessere Verbindungen für Pendlerinnen und Pendler ermöglichen.

Mit dem Vorschlag will die IGöV Bern bessere Verbindungen für Pendlerinnen und Pendler ermöglichen.

(Bild: Patric Spahni))

Alle Züge, die auf der Nord-Süd-Achse den Kanton Bern queren, fahren über den Berner Hauptbahnhof. Und wer zwischen Biel und Thun, der zweit- und der drittgrössten Stadt des Kantons, pendelt, muss in Bern umsteigen. Das soll sich in Zukunft ändern. Unter dem Titel die «schnelle Berner Bahntangente» fordert die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr Bern (Igöv) eine direkte Zuglinie auf der Achse Biel–Thun, welche am Freitag auf einer Medienkonferenz präsentiert wurde. Um diesen Regioexpress zu ermöglichen, soll die Gleisverbindung zwischen Zollikofen und Ostermundigen, die bisher nur vom Güterverkehr benutzt wird, geöffnet werden. Die Züge sollen zudem in Lyss, Zollikofen, Ostermundigen, Gümligen und Münsingen stoppen.

Infrastruktur vorhanden

Peter Krebs, Präsident der Igöv Bern, hob die Vorteile dieser Verbindung hervor: kürzere Reisezeiten, kein Umsteigen mehr und eine Entlastung des Bahnhofs Bern. Und die bedienten Vorstadtbahnhöfe lägen alle in Gebieten, die sich in den letzten Jahren stark entwickelt haben und in Zukunft weiter wachsen würden. Ein ähnliches Konzept sei bereits 2008 Thema einer Motion im Grossen Rat gewesen, wegen ungenügenden Passagieraufkommens aber nicht weiterverfolgt worden. Nun habe sich die Ausgangslage verändert, erklärte Krebs. Er spricht von 1200 bis 1500 Pendlerinnen und Pendlern pro Tag. Die Verbindung wäre aber voraussichtlich nicht kostendeckend, weshalb Abgeltungen notwendig wären.

Der öffentliche Verkehr werde attraktiver, die oft verstopften Strassen rund um Bern könnten entlastet werden. Es sei eine verkehrspolitisch und ökologisch sinnvolle Massnahme. «Es müssten keine neuen Infrastrukturen erstellt werden», betonte Krebs. Auch beim Rollmaterial sieht er keine Probleme. Er verwies auf aktuelle Medienberichte, wonach die BLS per Ende Jahr zu viele Fahrzeuge besitze.

Konzept ausbaubar

In einem ersten Schritt schlägt die Igöv je zwei Verbindungen zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen und am Abend vor, von Montag bis Freitag. «Es hat Platz im Fahrplan», sagte Vorstandsmitglied Martin Bitter. Es gebe zwar Konflikte mit dem Güterverkehr, aber die seien zu lösen. Das Konzept sei in späteren Schritten ausbaubar. So könnten bei Biel-Madretsch die Züge auch den Bahnhof Biel umfahren und von Delsberg respektive von Solothurn direkt in Richtung Thun verkehren. Die Verbindungslinie im Berner Wankdorf eigne sich zudem für Verbindungen zwischen Olten und dem Berner Oberland.

Die Igöv Bern verlangt vom Regierungsrat und vom Grossen Rat, dass sie den Vorschlag positiv zur Kenntnis nehmen. Sie erhofft sich eine erste Umsetzung im Angebotsbeschluss 2022 bis 2025. Das Amt für öffentlichen Verkehr habe den Vorschlag «sehr neutral» beurteilt, sagte Martin Bitter.

Berner Zeitung

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