Bald kostet das Parkieren fünf Franken pro Tag

Gantrisch

Die Parkometer am Gantrisch stehen, die Kontrolleure sind bestimmt: Ab 2. August ist das Parkieren kostenpflichtig.

Die neuen Parkuhren stehen bereits – ab 2. August werden sie in Betrieb genommen. Foto: hus

Die neuen Parkuhren stehen bereits – ab 2. August werden sie in Betrieb genommen. Foto: hus

Sheila Matti

An einem schönen Tag wie heute herrscht rund um den Gurnigel Hochbetrieb: Die Parkplätze im Schwarzenbühl sind gut besetzt, Wanderer halten auf den Panzerplatten bei der Wasserscheidi, Töfffahrer kehren in der Unteren Gantrischhütte ein. Und wer keinen Platz mehr findet, stellt sein Fahrzeug kurzerhand am Strassenrand ab.

Lange sorgte dieses wilde Parkieren im Gantrischgebiet für Probleme. Zum Teil standen Autos im Halteverbot, oft kam weder das Postauto noch die Ambulanz an ihnen vorbei. Ab dem 2. August geht es den Falschparkern nun aber an den Kragen. Dann beginnt der Verein Gantrischparking mit der Bewirtschaftung der Parkplätze, wie er in einer Mitteilung schreibt.

Solarbetriebene Automaten

Im Zentrum der Bewirtschaftung steht die Gebührenpflicht: Neu kostet das Parkieren einen Franken pro Stunde, maximal fünf Franken pro Tag. Insgesamt 11 Automaten wurden dazu aufgestellt – solarbetriebene Säulen, die zurzeit noch in Schutzfolie eingepackt sind.

«Um die neue Regelung durchzusetzen, haben wir drei Mitarbeiter eingestellt», erklärt Christine Jenni, Vorstandspräsidentin des Vereins Gantrischparking. Diese sollen, aufgeteilt auf ein Pensum von hundert Prozent, regelmässig nach dem Rechten schauen. «Dazu gehört das Auffüllen und Leeren der Ticketautomaten sowie das Informieren der Nutzerinnen und Nutzer», so Jenni, «aber vor allem natürlich das Verteilen von Bussen.» Nicht nur wer nicht bezahlt, wird zur Kasse gebeten, sondern auch jene, welche am Strassenrand wild parkieren.

Zwei von vier Gemeinden

Nicht alle Parkplätze im Gantrischgebiet werden durch den Verein bewirtschaftet. Konzentrieren wird er sich auf die Bereiche zwischen dem Schwarzenbühl und der Süftenenhütte sowie auf jenen zwischen den Türliböde und der Stierenhütte (siehe Karte). Die vielen kleinen und mittleren Plätze zwischen Türliböde und Hengstkurve beziehungsweise Süftenenhütte können weiterhin kostenlos genutzt werden.

Dieser Kompromiss war unter anderem die Folge des Widerstands, der sich gegen die Parkplatzbewirtschaftung formiert hatte. «Nicht jedem passt es, dass man nun für das Parkieren bezahlen muss», erklärt Jenni. Das Gantrischgebiet umfasst vier Gemeinden: Rüschegg, Rüeggisberg, Riggisberg und Guggisberg. Letztere stieg bereits im Vorfeld aus, und Riggisberg entschied sich an der Gemeindeversammlung gegen das Projekt.

Ob die Bewirtschaftung der Parkplätze tatsächlich die Lösung des Problems sein wird, muss sich erst noch zeigen. «Allfälligen Kinderkrankheiten sehen wir gelassen entgegen», sagt Christine Jenni, die durchaus noch mit Schwierigkeiten rechnet. Auch die Kostenfrage ist noch ungeklärt: «Während wir die Ausgaben genau kalkulieren können, sind die Einnahmen stark vom Wetter abhängig.» Zeigt sich der August so freundlich wie der heutige Tag, könne man sicher eine positive Zwischenbilanz ziehen. Schliesst der Verein mit schwarzen Zahlen ab, würde er gerne weiter in die Parkplätze investieren – etwa durch weitere Toilettenanlagen.

Die gebührenpflichtigen Parkplätze im Gantrischgebiet (Quelle: mt)

Berner Zeitung

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