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Bald Wellness in der Gefängniszelle?

Professor Matthias Steinmann hat beim Kanton eine Offerte für das Schloss Schlosswil eingereicht. Ein Wohlfühlzentrum ist ebenso geplant wie Wohnungen und Veranstaltungsräume. Mit dabei ist die Region Kiesental.

Nachdem das Schloss Schwarzenburg verkauft wurde, ist nun auch für Schlosswil mindestens eine Offerte eingegangen: Die noch zu gründende «Steinmann-Stiftung Schloss Wyl» ist bereit, den mittelalterlichen Landsitz dem Kanton abzukaufen. Wie hoch der gebotene Preis ist? Darüber schweigen sich die beteiligten Parteien noch aus. Der Regierungsrat will noch vor dem Sommer entscheiden, wer den Zuschlag für Schlosswil erhält. Dann wird laut Matthias Steinmann auch der Verkaufspreis bekannt gegeben.

An einer Medienorientierung stellten Steinmann und der Gemeindeverband Region Kiesental gestern vor, wie sich Schloss und Umgebung künftig nutzen liessen.

Park soll öffentlich bleiben

Die Familie Steinmann beabsichtigt, das Schloss zu erwerben und die notwendigen Sanierungen zu bezahlen. Die «Steinmann Stiftung Schloss Wyl» kommt weiter für das jährliche Defizit der Liegenschaft auf. Dies ist auf rund 250000 Franken veranschlagt. «Ich bin mit der Gegend und speziell dem Park Schlosswil emotional verbunden», sagt Steinmann, der seit Jahrzehnten im Schloss Ursellen wohnt. Aus diesem Grund gehe ihm die Vorstellung «gegen den Strich», dass das Schloss nicht mehr öffentlich zugänglich sein könnte. Die Nutzung ist denn auch in diesem Sinne konzipiert: Das Gebäude soll als Denkmal erhalten bleiben. Die grösseren Räumlichkeiten im Nordteil sind für Veranstaltungen reserviert. Insbesondere soll das Schloss die Möglichkeit bieten, im historischen Rahmen heiraten zu können. «Wir glauben, dass die Kulisse und Umgebung ideal für Hochzeiten sind», so Steinmann. Im Estrich sind Theateraufführungen und andere kulturelle Anlässe geplant.

Ebenfalls öffentlich zugänglich bleiben soll der Umschwung mit dem Schlosspark und der 500 Meter langen Allee. Diese lägen der Bevölkerung besonders am Herzen, sagt alt Regierungsstatthalter Ueli Zaugg, der bis Ende 2009 in Schlosswil amtete.

Zentrum für Gesundheit

Im ehemaligen Gefängnis im Schlosshof sowie im Erdgeschoss des Hauptgebäudes mietet sich der Verband Region Kiesental ein. Geplant ist dort ein «Wohlfühlzentrum». Dies beinhaltet Körper- und Bewegungstherapien, Mediation und ähnliche Wellness-Angebote. Fernziel sei, in Schlosswil ein Gesundheitszentrum aufzubauen, sagt Agnes Mathys, stellvertretende Geschäftsführerin Region Kiesental. Unter der Anleitung der Region Kiesental soll die Zusammenarbeit der therapeutisch tätigen Anbieter unter einem Dach vereinigt werden. «Die Therapieangebote in der Region sind heute weitgehend von Einzelkämpfern bereitgestellt», so Mathys. Die sanfte Landschaft rund um Schlosswil eigne sich hervorragend für Wellnessangebote für die gestressten Städter.

Finanzen sind gesichert

Die Initianten hinter dem Konzept «Schloss Wyl» sind überzeugt, dass ihre Ideen das regionale Angebot ideal ergänzten und nicht konkurrenzierten. Auf Grund der geplanten öffentlichen Nutzung rechnen sie sich gute Chancen aus, den Verkaufszuschlag vom Kanton zu erhalten. In dessen Ausschreibung steht explizit, dass die künftige Nutzung neben dem Preis grosse Bedeutung habe.

Finanziell steht das Angebot auf soliden Füssen: Neben dem Kaufpreis bezahlt der Stifter und künftige Stiftungsratspräsident auch den Umbau der Büros im Innern im Umfang von rund einer Million Franken. Die Region Kiesental garantiert den Mietzins für das Gesundheitszentrum von jährlich 75000 Franken. Die 19 Gemeinden des Verbands haben sich bereit erklärt, ein allfälliges Defizit zu decken. Zudem sind zwei Wohnungen geplant, die vermietet werden sollen.

Bis Ende Jahr ist im Schloss Schlosswil noch das Kreisgericht Konolfingen zu Hause, der Rest des Schlosses und des alten Gefängnisses steht leer. Die Umnutzung erfolgt deshalb in jedem Fall erst 2011.

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