Baustart im «Breitsch» verzögert sich

Der Beschwerdeführer gegen die Umgestaltung des Breitenrainplatzes zieht das Geschäft an das Bundesgericht weiter. Damit verzögert sich «Dr nöi Breitsch» um ein weiteres Jahr.

Der Breitenrainplatz (hier 2015) soll neu gestaltet werden. Zudem sollen die Gleise saniert werden.

Der Breitenrainplatz (hier 2015) soll neu gestaltet werden. Zudem sollen die Gleise saniert werden.

(Bild: Beat Mathys)

Nach dem Regierungsstatthalter und dem Verwaltungsgericht wird sich auch das Bundesgericht mit dem Projekt «Dr nöi Breitsch» befassen müssen. Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, zieht die Privatperson, die das Projekt mit einer Stimmrechtsbeschwerde blockiert, diese an die nächste Instanz weiter. Nach einer ersten Verschiebung des Baubeginns um ein Jahr in den Sommer 2018 verzögert sich das Geschäft damit um ein weiteres Jahr und geht frühestens im Sommer 2019 los.

Die neuerliche Verzögerung geht ins Geld: Weil einzelne Gleis­abschnitte am Breitenrainplatz dringend saniert werden müssen, kann für ihren Ersatz der Baubeginn nicht mehr abgewartet werden. Laut Stadtingenieur Hans-Peter Wyss prüft Bernmobil derzeit das genaue Ausmass der vorgezogenen Ersatzarbeiten und die damit verbundenen Kosten. Diese würden nach heutigem Wissensstand «einen mittelgrossen sechsstelligen Betrag nicht überschreiten».

«Schade, aber legitim»

Verzögerung und Mehrkosten seien «schade», sagt Wyss. «Aber es ist legitim, diese demokratischen Rechte zu nutzen.» Er sei überzeugt, dass am Ende «die Freude am Produkt überwiegen wird». Auch bei der Umgestaltung des Bahnhofplatzes oder dem Bau des Trams Bern-West sei lange diskutiert worden. «Heute sind die umgesetzten Lösungen nicht mehr wegzudenken, und niemand fragt mehr, ob sie ein, zwei Jahre früher oder später als geplant gebaut waren.»

Natürlich, räumt Wyss ein, wäre es insbesondere für die Migros schön gewesen, wenn sie im Frühling 2019 ihre neue Filiale am bereits teilweise umgestalteten Breitenrainplatz hätte eröffnen können. Gleichzeitig versichert er, dass die Stadt bei den Bauarbeiten auf alle Anrainer grosse Rücksicht nehmen werde. «Das hat uns in den letzten Jahren ausgezeichnet.»

Abwasseranlagen bald fertig

Die Beschwerde richtet sich gegen das Teilprojekt für die Sanierung der Gleisanlagen sowie die Neugestaltung von Breitenrainplatz und Rodtmattstrasse. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass die Umgestaltung des Breitenrainplatzes eine Zonenplanänderung erfordere, die dem Volk vorgelegt werden müsse, ist damit bei den bisherigen Instanzen aber nicht durchgedrungen.

Das 56-Millionen-Franken-Projekt «Dr nöi Breitsch» ist im Juni 2015 von der stimmberechtigten Stadtbevölkerung mit 63 Prozent Ja-Stimmen angenommen worden. Einzelne Teil­projekte kommen laut Stadt­ingenieur Wyss gut voran, ­beispielsweise die Sanierung der Abwasseranlagen. Im kommenden Frühling sollen diese Arbeiten abgeschlossen werden.

hae

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