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Bekommen Bären Flügel, wenn sie sterben?

Bär Finn ringt mit dem Tod. Schuld daran ist auch der Herzog von Zähringen. Hätte er doch 1191 bloss einen Vogel gefangen!

Der Herzog Berchtold V. von Zähringen hätte ja, als er sich im Jahr 1191 mit seinem Gewehr aufmachte, um auf unserer Aarehalbinsel ein Weltkulturerbe zu gründen, auch in die Luft schiessen können oder ins Wasser. Er hätte vielleicht einen Vogel getroffen oder einen Fisch. Dann würden wir heute zum Beispiel Amsoldingen heissen. Oder Eglisau. Aber sicher nicht Bern. Und wir hätten für unser Wappentier keinen Park bauen müssen, sondern nur eine Volière. Oder ein geräumiges Aquarium. Für die Zeitung wäre das natürlich nicht sehr aufregend gewesen. Zeitungen leben auch vom Aussergewöhnlichen, von der Sensation.

Der Herzog von Zähringen schoss nicht in die Luft. Er hatte Grösseres vor. Ein Bär musste es sein. Damit hat er uns, seien wir ehrlich, zwar viel Freude gemacht, alles in allem aber doch einen ziemlichen Bärendienst erwiesen.

Millionen wurden gesammelt, um Meister Petz ein artgerechtes Logis einzurichten. Dabei wurde sorgfältig darauf geachtet, dass dieses ausbruchsicher ist und Björk & Co in den Lauben der Altstadt nicht shoppen gehen. Absurderweise ist es nun aber offenbar so, dass wir eher den Bären vor dem Menschen schützen müssen als ungekehrt.

Damit nicht genug: Aufgepasst! Im Naturhistorischen Museum gibt es momentan eine Ausstellung zu Kodiakbären. Die grössten Landraubtiere unserer Erde können bis zu sagenhaften vier Metern gross werden. Held der Ausstellung ist der Berner David Bittner, der jährlich einige Monate damit verbringt, im fernen Alaska unter diesen wilden Hünen zu leben. Mit seinen eindrücklichen Filmdokumenten, die er aus Kodiak regelmässig zurückbringt, stellt er uns, ohne das so klar zu sagen, die Frage nach Natur und Kultur, nach Freiheit und Zwang, nach Vertrauen und Respekt.

Zu den berühmtesten Werken von Paul Klee gehört der «Goldfisch». Mit Bären hat er sich kaum befasst. Viel näher standen ihm Engel. Ob Bären, wenn sie sterben, auch Flügel bekommen und im Bärenhimmel Honig schlecken, ist nicht ganz sicher. Sicher aber ist, dass es im Creaviva, der kreativen Werkstatt im Zentrum Paul Klee, im Offenen Atelier im Dezember unter dem Thema «beflügelt» um die Boten des Himmels geht. Um mitzumachen, muss man selber nicht unbedingt ein Engelchen sein: Genauso willkommen sind auch kleine und weniger kleine Bengelchen.

Vergünstigung: Das Offene Atelier findet täglich (ausser Mo) um 12, 14 und 16 Uhr statt. Willkommen sind Menschen ab 4 Jahren, bis 8 Jahre in Begleitung Erwachsener. Gegen Abgabe dieses Artikels bekommst du den Eintritt im Dezember für 10 statt für 15 Franken.

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