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Belastetes Grundwasser: Die Spur führt nach Burgdorf

Nach wie vor ist das Grundwasser mit Freon belastet. Der Herd der Verschmutzung liegt im ­Burgdorfer Industriequartier, der Verursacher ist aber noch nicht ermittelt.

Die Spur führt ins Burgdorfer Industriequartier.
Die Spur führt ins Burgdorfer Industriequartier.
Thomas Peter

Es ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Seit rund vier Monaten versucht das Amt für Wasser und Abfall (AWA) des Kantons Bern herauszufinden, woher das Freon stammt, das bei Routinemessungen in Grundwasser der Region Fraubrunnen entdeckt worden ist. Der Aufwand sei gross, sagt Oliver Steiner, Abteilungsleiter Abfall und Betriebe bei AWA. Aber die bisherigen Untersuchungen haben erlaubt, die Quelle der Verschmutzung «gut einzugrenzen». Sie befinde sich in einem rund 100 mal 100 Meter grossen Gebiet im Burgdorfer Industriequartier Buchmatt. Hier hat es mehrere Betriebe und öffentliche Plätze. Mit weiteren Messungen werde nun versucht, den Urheber zu identifizieren.

Kein kleiner Unfall

Eine Tatsache stimmt Oliver Steiner «vorsichtig optimistisch»: Die Freonkonzentration geht langsam zurück. Das deute darauf hin, dass die Verschmutzung eher auf einen einmaligen Eintrag zurückzuführen sei als auf eine Quelle, die das Freon während Jahren abgibt. Ein kleiner Unfall sei es aber auch nicht gewesen, betont Steiner: «Es geht um eine Menge von mehreren Hundert Kilogramm Freon.» Die weiteren Überwachungen müssen nun bestätigen, dass die sinkende Konzentration nicht auf die ­natürlichen Grundwasserschwankungen oder den Niederschlag zurückzuführen ist.

Falls der Verursacher identifiziert werden kann, dürfte das für ihn teuer werden. «Wir werden ihm eine Rechnung stellen», sagt Oliver Steiner. Zudem muss der Verursacher mit einer Strafanzeige rechnen, denn er hat das Wasser mit einer schädigenden Substanz verunreinigt. Stutzig macht Steiner die Tatsache, dass Freon überhaupt ins Grundwasser gelangen konnte. Der Stoff ist nämlich in der Schweiz seit gut 20 Jahren verboten (siehe Kasten).

Es wird verdünnt

Nach wie vor darf das Grundwasser in der Region Fraubrunnen nicht für die Trinkwasseraufbereitung verwendet werden. Die Freonkonzentration liegt über dem zulässigen Höchstwert von 10 Millionstel Gramm pro Liter. Freon sei zwar aus toxikologischer Sicht unbedenklich, gehöre aber nicht ins Trinkwasser, sagt Oliver Steiner. Weil das Trinkwasser in der Region aus zwei Fassungen in der Gemeinde Rüderswil stammt, ist die Versorgung jederzeit gewährleistet. Ein Pumpwerk im Fraubrunnenwald konnte aber im Hochsommer nicht in Betrieb genommen werden. Das Grundwasser aus der Region darf aber als Brauchwasser (Waschen, Duschen, Bewässerung) bedenkenlos verwendet werden.

Der betroffene Grundwasserstrom bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 10 bis 15 Metern pro Tag Richtung Norden und dem Kanton Solothurn, weshalb das AWA im Kontakt mit den Solothurner Kollegen steht. Je weiter weg vom Herd, desto niedriger wird aber die Freonkonzentration. Denn der Grundwasserstrom ist im ständigen Austausch mit den Oberflächengewässern, insbesondere mit der Emme. Das Freon wird damit laufend verdünnt.

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