Berner sammeln Velos für Afrika

Bern

Die Organisation Velafrica sammelt ausgediente Velos, flickt diese und exportiert sie nach Afrika. Dort fanden so alleine letztes Jahr 15'000 Fahrräder einen neuen Besitzer. Am Samstag beginnt in Bern die neue Sammelsaison.

Dieses Wochenende findet im Berner Breitenrainquartier die Velobörse statt.

Dieses Wochenende findet im Berner Breitenrainquartier die Velobörse statt.

(Bild: zvg)

Christoph Albrecht

Angenehme Temperaturen, gute Lichtverhältnisse und eisfreie Strassen: Kaum meldet sich draussen der Frühling, steigt auch die Lust aufs Velofahren wieder. Präsentiert sich das eigene Gefährt nach der langen Winterpause jedoch mit rostigen Ketten und löchrigem Sattel, verzichtet manch Fahrradbesitzer auf eine aufwendige Reparatur. Stattdessen leistet er sich ein neues Velo – und lässt das alte im Keller verstauben.

Genau das will die Berner Organisation Velafrica verhindern. Seit mehr als 20 Jahren sammelt sie ausgediente Fahrräder, macht sie wieder flott und exportiert sie nach Afrika. Mit Erfolg: Alleine 2014 landeten so über 15'000 Velos auf dem Kontinent – neuer Rekord. «Es kommen jedes Jahr mehr zusammen», freut sich Claudia Meyr von Velafrica.

Arbeitslose reparieren Velos

Begonnen hatten die Initianten von Velafrica 1993 mit kleinen Velosammelaktionen in ihrem persönlichen Umfeld. Inzwischen hat sich die Organisation landesweit ein beachtliches Netzwerk aufgebaut und ist heute an über 50 Sammelanlässen jährlich in der ganzen Schweiz präsent. Zahlreiche Private und soziale Partnerunternehmen beliefern die Organisation zudem laufend mit Velos.

In der Drahteselwerkstatt im Liebefeld – ein soziales Integrationsprojekt, dem Velafrica angehört – machen Arbeitslose die Fahrräder wieder fahrtüchtig. In Containern werden diese schliesslich auf dem Wasserweg via Basel und Antwerpen nach Afrika verschifft. Dort verkaufen lokale Partner von Velafrica die Fahrräder dann zu erschwinglichen Preisen weiter. Bisher ist die Organisation in den afrikanischen Ländern Ghana, Madagaskar, Eritrea, Tansania, Burkina Faso und Gambia aktiv.

Mehr Einkommen dank Velo

Gerade für die ländliche Bevölkerung, die in der Regel sämtliche Strecken zu Fuss zurücklegt, seien die Zweiräder aus der Schweiz äusserst wertvoll, sagt Meyr. «Die Menschen haben dank den Velos viel kürzere Arbeitswege.» Für viele Bauern bedeute dies letztlich mehr Einkommen, da sie schneller unterwegs sind, mehr transportieren und so an einem Tag gleich an mehreren Märkten ihre Waren verkaufen können.

Dieses Wochenende startet Velafrica an der Velobörse im Berner Breitenrainquartier in die neue Sammelsaison. Ihr Ziel ist klar: «Wir wollen unseren Sammelrekord auch heuer wieder brechen.»

Velobörse: Samstag, 14. März, 10–15 Uhr, Mehrzweckhalle Kaserne, Papiermühlestrasse 13c, Bern.

Berner Zeitung

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