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Wird der Bahnhofplatz autofrei?

Im Rahmen des Grossprojekts Zukunft Bahnhof Bern will der Stadtrat einen autofreien Bahnhofplatz realisieren. Eine unterirdische Velostation lehnt der Rat als zu teuer ab.

Der Stadt Bern steht mit dem Projekt Zukunft Bahnhof Bern 2025 eine Grossbaustelle bevor.
Der Stadt Bern steht mit dem Projekt Zukunft Bahnhof Bern 2025 eine Grossbaustelle bevor.
Andreas Blatter

Einmal mehr eine Monsterdebatte lieferte sich der Berner Stadtrat am späten Donnerstagabend. Kein Wunder, bei dem brisanten Thema. Es ging um neue (teure) Veloabstellplätze, um die Umplatzierung eines Denkmals und ums Fällen von Bäumen. Die kontroverse Diskussion um die Zukunft des Bahnhofs Bern gipfelte schliesslich darin, dass sich der Stadtrat für einen autofreien Bahnhofplatz aussprach. Der Antrag stammte von der Kommission für Planung, Verkehr und Stadtgrün.

Ein autofreier Bahnhofplatz war nur eines von vier Traktanden, die sich dem Projekt Zukunft Bahnhof Bern 2025 widmeten. Am Ende der Debatte hat das ­Parlament für verschiedene Verkehrsmassnahmen den Projektierungskredit um rund 5 auf 6,8 Millionen Franken erhöht. Dies tat es mit 48 Ja- zu 9 Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen.

Veloparkplätze statt Bäume

Bei der mehrstündigen Diskussion wurde etwa auch über die Planung einer neuen unterirdischen Fussgängerpassage vom Bahnhof zum Hirschengraben debattiert. Nicht nur die rot-grüne Mehrheit, sondern auch die FDP stellte sich hinter die Pläne des Gemeinderats – obwohl wegen des Baus der Unterführung das Bubenbergdenkmal verschoben werden muss.

Die SVP wehrte sich erfolglos gegen eine Umplatzierung des Denkmals. Barbara Freiburghaus (FDP) sprach im Sinne der Mehrheit, als sie sagte: «Ich glaube, Adrian von Bubenberg würde uns diese Verschiebung verzeihen.» Ausgerechnet FDP und SVP waren es auch, die gegen die Rodung von Bäumen beim Hirschen­grabenpark aufbegehrten. Diese würde nötig werden für neue ­Veloabstellplätze. Schliesslich gab der Stadtrat grünes Licht. Der vom Gemeinderat vorgeschlagene Kredit für die Abstellplätze kürzte er jedoch von 3 Millionen auf 870'000 Franken.

Wo selbst dem rot-grün dominierten Parlament die Veloför­derung zu weit ging, ist bei den ­geplanten unterirdischen Velo­ab­stellplätzen. Für die Projektierung hat der Gemeinderat dem Stadtrat Kredite von insgesamt 6,3 Millionen Franken beantragt.

Vor allem die Velostation unter dem Bubenbergplatz hatte in der Diskussion einen schweren Stand. Der Bau der Anlage könnte wegen der schwierigen Bauarbeiten satte 19,25 Millionen Franken kosten – also 19'250 Franken pro Veloabstellplatz. Eine Mehrheit des Stadtrates empfand das als zu teuer und strich den Projektierungskredit.

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