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Bettina Kläy-Trechsel neue Chefin des Ratssekretariats

Jürg Stampfli, der bisherige Co-Leiter des Sekretariates des Berner Stadtrates, hat seine Stelle definitiv verloren. Er unterlag am Donnerstag in einer Kampfwahl der vom Findungsgremium vorgeschlagenen Bettina Kläy-Trechsel, mit 42 zu 27 Stimmen.

Stampfli war der Job gekündigt worden, nachdem seine Kollegin, Co- Leiterin Annina Jegher, ihre Funktion zur Verfügung gestellt hatte. Er musste sich einem neuen, langwierigen Auswahlverfahren stellen, in dessen Verlauf er jedoch aus der Entscheidung fiel.

Das Findungsgremium schlug dem Stadtrat schliesslich einstimmig die 56-jährige Juristin Bettina Kläy-Trechsel als neue Leiterin des Stadtratssekretariates vor. Als Stellvertreter nominierte es Daniel Weber, den bisherigen Adjunkten und Stellvertreter ad interim.

Die SVP brachte Stampfli jedoch wieder ins Spiel und schlug ihn am Donnerstag zur Wahl vor. Es gebe keinen Grund, jemanden, der zehn Jahre lang einen guten Job gemacht habe, die Stelle zu kündigen.

Arbeitnehmerschutz gegen Verfahrenstreue

Die Auseinandersetzung im Stadtrat drehte sich insbesondere um die Frage, ob der Stadtrat mit seinem einstimmigen Ja zum Auswahlverfahren im vergangenen Dezember gewissermassen auch schon eine Wahl getroffen habe. Dass das Parlament also nur noch die Möglichkeit hatte, den Vorschlag der Findungskommission abzunicken.

Oder, so die Gegenposition, ob die Sicht des Arbeitnehmers vorzuziehen sei, der zehn Jahre lang einen guten Job gemacht habe und es deshalb keinen Grund gebe, auf den bisherigen Amtsinhaber zu verzichten. SP und FDP hatten Stimmfreigabe beschlossen, die SVP sprach sich klar für Stampfli aus. GB/JA, GFL, EVP, GLP, BDP stellten sich hinter Kläy.

Letztere obsiegte schliesslich in einer geheimen Abstimmung mit 42 Nennungen. Das erforderliche absolute Mehr lag bei 35. Stampfli erhielt 27 Stimmen. Das Argument, es sei abwegig, einen verdienten Angestellten ohne Grund und Vorwarnung zu kündigen, zog zu wenig.

Unbehagen wegen Verfahren

Auch der Hinweis, der Stadtrat sei Wahlbehörde und nicht Ja- Nicker, vermochte die Mehrheit nicht zu überzeugen. Das Auswahlverfahren dürfe nicht torpediert und diskreditiert werden, warnten jene, die Kläy unterstützten. Mit dem gewählten Verfahren sei man nun einmal das Risiko eingegangen, dass der bisherige Stelleninhaber aus Rang und Traktanden falle.

Allgemein war jedoch ein grosses nachträgliches Unbehagen über das Verfahren im Rat spürbar. Es dürfe nie mehr so unglücklich laufen und sei einer Wahlbehörde unwürdig, entschuldigte sich Giovanna Battagliero (SP) bei den beiden Bewerbern.

Die Rede war auch von mangelndem Respekt gegenüber den Kandidaten, die sich diesem Verfahren gestellt hatten.

SDA

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