Loubegaffer: Unheilige Allianz

Die Loubegaffer schauen hin, hören zu und rapportieren, was unter den Berner Lauben zu reden gibt.

Seltene Eintracht: SVP-Wortführer Alexander Feuz fotografiert im Stadtrat die SP-Fraktion.

Seltene Eintracht: SVP-Wortführer Alexander Feuz fotografiert im Stadtrat die SP-Fraktion.

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Nicht nur unter Berns Lauben und in Berns Beizen sind die Loubegaffer regelmässig unterwegs. Dann und wann verfolgen sie auch die Debatten des Stadtrats im Berner Rathaus. Denn dort spielt sich immer mal wieder Erstaunliches ab. Am letzten Donnerstag stachen etwa die schwarz gekleideten SP-Stadträtinnen und Stadträte ins Auge. So uniformiert sie auftreten, so geschlossen stimmen sie jeweils ab. Bürgerliche Anliegen haben in der Regel nicht den Hauch einer Chance.

Trotzdem spielte sich letzte Woche auch eine versöhnliche Szene ab. Für ein Gruppenfoto heuerten die Genossinnen und Genossen inklusive Gemeinderat Michael Aebersold ausgerechnet ihren politischen Erzfeind im Rat, SVP-Wortführer und Haudegen Alexander Feuz, als Fotografen an.

Gestaunt haben die Loubegaffer auch, als sie sich mit ihrem Smartphone ins Rathaus-WLAN einloggen wollten. Vorgeschlagen wurde ihnen das WLAN mit dem Namen «Der Geist des Kommunismus».Wie wohl das Passwort lautet? Die Loubegaffer ­haben es mit «Voelkerhoertdiesignale» probiert und sich dabei gefragt, ob das WLAN wohl wegen der überwältigenden rot-grünen Mehrheit im Rathaus so heisst.

Abgekupfert: Das Wahlplakat von David Stampfli und Stefan Jordi.

Für Aufsehen sorgen derzeit zwei weitere SP-Politiker. Die Grossräte David Stampfli und Stefan Jordi werben derzeit mit Plakaten im Stil der Newsplattform «Watson». Deren Chefredaktor Maurice Thiriet stichelte auf Twitter, dass die Sozialdemokraten mit diesem Wahlplakat Kreativbudget eingespart hätten. Er nimmt den Ideenklau aber mit Humor. «Fand ich lustig», sagt er zum Kommunikationsportal Persoenlich.com. Er bestätigt, dass es im Vorfeld tatsächlich zu keinem Kontakt kam – und es auch zu keinem Nachspiel kommen wird. Aber, so Thiriet: «Sie haben uns verraten, die Sozialdemokraten.»

Das Plakat ist übrigens nicht das erste Plagiat von Stefan Jordi. Er bediente sich früher zusammen mit Michael Aebersold auch schon am Migros-Sujet und am Logo der Satiresendung «Giacobbo/Müller». David Stampfli versichert, dass Bettwaren Fischer verschont bleibe. Dies funktioniere nur mit Ton und nicht auf einem Plakat.

Letzte Woche beschwerten sich die Loubegaffer an dieser Stelle über den endlosen Winter. Jetzt keimen erste Frühlingsgefühle. Schliesslich findet am Freitag die Museumsnacht statt. Und das ist so etwas wie der Berner Frühlingsbeginn. Und gleichentags startet die Saison in den Filialen der Gelateria di Berna. Ab 12 Uhr sind die Vitrinen voll!

stadtbern@bernerzeitung.ch (Berner Zeitung)

Erstellt: 14.03.2018, 11:51 Uhr

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