Bundesrat Ueli Maurer muss in Münsingen Steuern bezahlen

Münsingen

SVP-Bundesrat Ueli Maurer hat in der neuen Überbauung Hölzliacker eine Attikawohnung gemietet. Deshalb muss der Magistrat aus Zürich neu auch im Aaretal einen Teil seines Bundesratslohns versteuern.

In der neuen Überbauung Hölzliacker wohnt Bundesrat Ueli Maurer unter der Woche. Deshalb muss er hier auch Steuern bezahlen.

In der neuen Überbauung Hölzliacker wohnt Bundesrat Ueli Maurer unter der Woche. Deshalb muss er hier auch Steuern bezahlen.

(Bild: Susanne Keller)

Offizell hat sich Ueli Maurer noch nicht auf der Gemeinde Münsingen als Wochenaufenthalter angemeldet. Wie Nachbarn berichten, brennt in seinem neuen Domizil in der Überbauung Hölzliacker jedoch bereits regelmässig Licht. Die 4½-Zimmer-Attikawohnung im Mehrfamilienhaus wurde Ende Juni fertig gebaut. Sie weist eine Nettowohnfläche von 113 Quadratmetern aus, und der Mietzins beträgt rund 3000 Franken. Grundsätzlich freuen sich Gemeinden, wenn Neuzuzüger im Jahr rund 400'000 Franken verdienen. Doch im Fall von Ueli Maurer fällt für Münsingen nur ein Bruchteil der Steuereinnahmen ab. 70 Prozent der Steuern bezahlt Maurer weiterhin im Kanton Zürich; 30 Prozent im Kanton Bern.«Keine grossen Sprünge»Bei einem Steuerfuss von 1,49 Einheiten darf der Münsinger Gemeindepräsident Erich Feller (Freie Wähler) 10500 Franken zusätzliche Steuereinnahmen erwarten. Für den Kanton Bern fällt rund das Doppelte (21'500 Franken) ab. «Wer nun denkt, dass wir wegen des Zuzugs von Bundesrat Maurer grosse finanzielle Sprünge machen können, der irrt», sagt Feller. «Trotzdem ist bei uns jeder Steuerfranken, ob von einem Bundesrat oder von einem Fabrikarbeiter, willkommen.»Erst seit 2006 in KraftBundesräte müssen erst seit dem Steuerjahr 2006 im Kanton Bern einen Teil ihrer Steuern abliefern. Den Verteilschlüssel hat die Konferenz der kantonalen Finanzdirektoren in einer eigens für die Mitglieder des Bundesrats erlassenen Vereinbarung festgelegt. Ausserkantonale Bundesräte werden im Kanton Bern zur Kasse gebeten, weil sie Wochenaufenthalter sind, in der Stadt oder in der Region Bern wohnen und sich hier ihr Lebensmittelpunkt befindet. Grundsätzlich sind Wochenaufenthalter am Arbeitsort zwar nicht steuerpflichtig – es sei denn, sie sind leitende Angestellte. Von der Vereinbarung der Finanzdirektoren ist nur der Bundesratslohn betroffen. Weitere Einkünfte sind im Wohnsitzkanton steuerpflichtig. Geht man von einem durchschnittlichen Bundesratslohn von 400'000 Franken aus, liefern alle sieben Bundesräte dem Kanton Bern gut 200'000 Franken Steuern ab. Die Steuererklärung müssen Bundesräte nur einmal, in ihrem Wohnsitzkanton, ausfüllen. Die jeweiligen Steuerverwaltungen leiten die Angaben schliesslich nach Bern weiter.

Berner Zeitung

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