Buschauffeur prügelt sich mit Fahrgast

Bern

Wenn Busfahrer einen aggressiven Fahrgast transportieren, sollten sie gemäss Leitlinien deeskalierend eingreifen. Ganz anders ein Berner Chauffeur am Dienstagabend. Er liess die Fäuste sprechen.

Der Buschauffeur interpretierte die Weisung zum «deeskalierenden Verhalten» auf seine Art und Weise.

Im Postauto der Linie 101 von Bern nach Hinterkappelen gehts normalerweise ruhig zu und her. Nicht so am Dienstagabend kurz nach 19.30 Uhr. Bereits kurz nach der Abfahrt am Berner Hauptbahnhof machte ein besonders penetranter Fahrgast auf sich aufmerksam. Er tat dies, indem er ausfällig dem Buschauffeur gegenüber wurde.

Fürs Erste konnte sich der Fahrer noch beherrschen: Er wies den unflätigen Fahrgast an, nicht während der Fahrt mit ihm zu sprechen. Doch dieser beschimpfte den Chauffeur danach nur noch mehr. Nun legte auch der Postautolenker die Samthandschuhe weg. Auf der Höhe Schanzenstrasse in der Länggasse stoppte er das Fahrzeug und legte sich mit dem Störenfried auf ziemlich unzimperliche Art an. Mit einem beherzten Kung-Fu-Kick spedierte er den Pöbler in den hinteren Bereich des Busses.

Der kickende Buschauffeur wurde von einem «20 Minuten»-Leserreporter dokumentiert (siehe Video oben). Die Vorgeschichte dazu schilderte er der Pendler-Zeitung. Ebenso, was danach geschah. Die Mitreisenden hätten schliesslich den aggressiven Passagier aus dem Postauto geworfen und der Chauffeur habe seine Fahrt fortsetzen können. Der Leserreporter betonte, dass der Film nur den Kick des Chauffeures zeige, zugeschlagen hätte aber beide, was in der Aufnahme nicht zu sehen sei.

Postauto-Mediensprecher Urs Bloch äusserte sich gegenüber 20 Minuten wie folgt: «Das Verhalten des Postauto-Fahrers, wie man es auf dem Video sieht, ist nicht tolerierbar.» Gebe es in einem Postauto einen Konflikt, müsse sich das Fahrpersonal deeskalierend verhalten und versuchen, die Situation zu beruhigen.

«Wir gehen davon aus, dass das Video nur einen Teil des Konflikts zeigt. Postauto untersucht deshalb den Vorfall genau und befragt dazu auch den Fahrer», sagt Urs Bloch im Artikel weiter. Danach würden die Verantwortlichen über weitere Massnahmen entscheiden.

mib

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