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Coop zieht durch, doch das Rennen bleibt offen

Coop gegen Migros, Duell der ewigen Rivalen. In Wichtrach liefern sich die Grossverteiler seit Jahren ein Rennen der besonderen Art. Über die Langdistanz. Mitsamt Fallgruben.

Wer zieht zuerst ins Dorf? Coop oder Migros? Nach mehreren Führungswechseln scheint die Sache nun endlich entschieden. Scheint. (Symbolbild).
Wer zieht zuerst ins Dorf? Coop oder Migros? Nach mehreren Führungswechseln scheint die Sache nun endlich entschieden. Scheint. (Symbolbild).
Keystone

Im Rennen um Wichtrach distanziert Coop die Migros. Zumindest für den Moment. Während sich der orange Riese mühsam vorwärtsschleppt, hat «das Koni» zuletzt mächtig Strecke gemacht und ist auf die Zielgerade eingebogen. Doch der Reihe nach.

Zurück zum Startschuss. Vor über zwei Jahren hatten Coop wie Migros erstmals ein Auge auf Wichtrach geworfen. Denn: Im Zentrum der Gemeinde mit 4000 Einwohnern stehen bis heute einzig eine Käserei und eine Bäckerei.

Die beiden Schwer­gewichte des Schweizer Detailhandels gaben praktisch zeitgleich ihre Pläne für Wichtrach bekannt. Die Frage lautete danach: Wessen Schiebetüren öffnen sich eher? Beide Rivalen überboten sich mit Ankündigungen: Mitte 2017! Anfang 2017! Und beide unterschätzten die Streckenführung.

Coop wickelte es erst die örtlichen Baubestimmungen um die Beine, dann stolperte man nacheinander in besagte Fallgruben, die da hiessen: Baugesuch und Einsprachen. Das Regierungsstatthalteramt wies das Gesuch wegen formeller Mängel zurück. Dann gabs die Einsprachen von Anwohnern.

Die Probleme der Migros, die mit ihrem Ableger Voi ins Dorf ziehen möchte, sind dagegen diffuser. Zwar hat man die Fallgruben vermieden, vorwärtsgekommen ist man trotzdem kaum. «Wir planen», hiess es letzten Herbst. «Detailplanung», heisst es heute.

Coop kraxelte derweil aus den Gruben empor und fand erst noch zweite Luft: Das Ar­chitekturbüro, das die Überbauung erstellt, in der sich Coop ein­mieten wird, teilte am Mitt­woch mit: «Spatenstich am 25. Ja­nuar». Drei Mehrfamilienhäuser, 24 Wohnungen und – eben – den Coop wirds geben. Mitten im Dorf, auf dem Areal des ehemaligen Pneuhauses Pag.

Der Geschäftsführer des Architekturbüros erklärt die Verzögerungen folgendermassen: viele Akteure. Bauen im Ortskern. Der Denkmalschutz ist involviert. «So etwas braucht Zeit.» Aber: Man baut. Im Frühling 2019 soll der Zieleinlauf folgen.

Und die Migros? Die baut nicht. Das Rennen aufgegeben hat sie aber nicht. Eine Sprecherin kündigt gar das Comeback an: «Die Eröffnung wird voraussichtlich Ende 2018 sein.»

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