Das 2-Millionen-Salär für die BKW-Chefin ist überrissen hoch

Der Kommentar von BZ-Redaktor Julian Witschi zum Spitzenlohn von BKW-CEO Suzanne Thoma.

Suzanne Thomas guter Leistungsausweis rechtfertigt keine Lohnerhöhung um satte 56 Prozent.

Suzanne Thomas guter Leistungsausweis rechtfertigt keine Lohnerhöhung um satte 56 Prozent.

(Bild: Adrian Moser)

Julian Witschi

Suzanne Thomas Leistungsausweis ist unbestritten. Sie hat den Chefposten bei der BKW 2013 in einer Krise nach dem ersten Verlust in der Geschichte des Unternehmens übernommen. Sie richtete den Stromkonzern auf die Energiewende aus, leitete die Abschaltung des Atomkraftwerks Mühleberg ein und brachte die BKW auf Erfolgskurs zurück.

Thoma hat die Führungsqualitäten, um ein noch grösseres Unternehmen zu leiten. Der Technologiekonzern Oerlikon hat sie unlängst in den Verwaltungsrat berufen. Ihre Salärerhöhung bei der BKW um satte 56 Prozent auf gut 2 Millionen Franken ist aber überrissen. Auch wenn ein Teil davon einmalig ist.

Denn den Zerfall der Strommarktpreise konnte die BKW auch deshalb besser als andere Energiekonzerne verkraften, weil sie über Monopole bei Netzen und Stromversorgung verfügt. Und bei der Expansion im Dienstleistungsgeschäft muss sich erst noch zeigen, ob die vielen übernommenen Ingenieurbüros und Energietechnikfirmen nachhaltig erfolgreich sein werden.

Verwaltungsratspräsident Urs Gasche verweist auf die Managerlöhne bei anderen börsenkotierten Konzernen. Dabei ist das unternehmerische Risiko bei der BKW wegen der Teilmonopole und des Mehrheitsanteils des Kantons Bern beschränkt. Von links bis rechts war deshalb das Unverständnis sehr gross, dass ausgerechnet die BKW derart kräftig an der Lohnspirale dreht. Dies in einer Zeit, in der die meisten Arbeitnehmenden an Kaufkraft verlieren. Weil ihre Lohnerhöhungen trotz des robusten Wirtschaftswachstums so gering sind, dass sie nicht einmal die Teuerung ausgleichen können.

Der Regierungsrat ist gefordert, nun entweder die Topsaläre bei der BKW und anderen vom Kanton kontrollierten Unternehmen zu drücken. So wie dies der Bundesrat bei bundesnahen Betrieben macht. Mit dem Mehrheitsanteil des Kantons könnte die Regierung an der Generalversammlung den Vergütungsbericht 2018 ablehnen. Und sie könnte Korrekturen für die nächsten Jahre verlangen. Der härtere und konsequentere Eingriff wäre es, die Stromproduktion und -versorgung im Stammgebiet abzuspalten und das übrige Geschäft zu verkaufen.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt