Das neue «Mandarinli» in Holz

Der Zug der Zukunft nimmt Formen an: Bei Stadler Rail steht ein Modell der Fahrzeuge, die auf der S 7 durchs Worblental fahren werden.

Reger Zulauf: Das Modell des neuen RBS-Zugs weckt am Tag der offenen Tür das Interesse des Publikums.

Reger Zulauf: Das Modell des neuen RBS-Zugs weckt am Tag der offenen Tür das Interesse des Publikums.

(Bild: zvg)

Stephan Künzi

Weiss statt orange – von aussen hat die unscheinbare hölzerne Box so gar nichts zu tun mit dem auffälligen Outfit, das die Züge des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS) auszeichnet. Die Aufmerksamkeit der vielen Interessierten zieht sie dennoch auf sich. Es ist Tag der offenen Tür beim Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail in Bussnang, und 28 000 Leute pilgern in die Firma des Industriellen und einstigen SVP-Nationalrats Peter Spuhler im Kanton Thurgau.

Sie alle schlendern gleich zum Auftakt des Rundgangs an der weissen Box vorbei, die ihnen ein aktuelles Beispiel aus der Tätigkeit von Stadler Rail näherbringen soll: Für 134 Millionen Franken hat der RBS bei den Thur­gauern eine Flotte mit vierzehn neuen Zügen bestellt. Sie sollen ab Ende 2018 auf der S 7 im Worblental die alten «Mandarinli» aus den 1970er-Jahren ablösen.

Noch lässt sich am hölzernen Modell das Aussehen der neuen «Mandarinli» erst erahnen, obwohl die charakteristische Rundung an der Front angedeutet ist. Umso vertrauter präsentiert sich das Bild im Innern, was nicht zuletzt an der Bestuhlung mit dem für den RBS so typischen Sitzpolster liegt.

Beim Licht dagegen stechen ein paar Neuerungen gleich ins Auge. Die Stufen, die vom Niederflurbereich in die höheren Teile des Fahrzeugs führen, sind beleuchtet. Und in die Haltestangen an den Türen sind Bänder eingearbeitet, die in Rot, Grün oder Gelb leuchten und zum Beispiel anzeigen, auf welcher Seite am nächsten Bahnhof ausgestiegen werden kann.

Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass nahe der Türen weniger Sitze platziert sind als üblich. Die Passagiere können so leichter zirkulieren, was auf einer S-Bahn-Linie mit häufigen Halten wichtig ist. Noch nicht zu sehen sind die versprochenen Steckdosen. Wie genau sie angeordnet werden, ist noch nicht klar.

Kunden reisen zum Modell

Am Modell lässt sich eins zu eins überprüfen, wie sich das am Computer entwickelte Fahrzeugkonzept bewährt. Neben den Projektleitern schauen auch Delegationen der Lokführer und der Behindertenorganisationen vorbei. Im Juni lädt der RBS sogar zehn Fahrgäste zu einem Augenschein nach Bussnang ein. Einmal mehr beteiligt er so die Kundschaft am neuen Zug: Schon für das Pflichtenheft führte er Befragungen durch.

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