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Das Pärkli am Moossee wird wilder

Der Kanton erneuert das Pärkli am Moossee. Es befindet sich im Naturschutzgebiet und soll deshalb naturnaher werden.

Hans Ulrich Schaad
Ein Rasenplatz hat im Naturschutzgebiet nichts zu suchen.
Ein Rasenplatz hat im Naturschutzgebiet nichts zu suchen.
Beat Mathys

Die Wasserfläche des Moossees ist ganz glatt. Einige Wasservögel suchen im Schilfgürtel nach einem Nistplatz. Im Pärkli am Nordufer des Sees erwacht langsam der Frühling. Die ersten Sträucher beginnen zu spriessen, Blumen versuchen, mit blauen Blüten Bienen anzulocken. Nur der permanente Verkehrslärm von der Hauptstrasse und der nahen Autobahn in Richtung Biel stört die Idylle.

Das Pärkli an der Lyssstrasse auf dem Gemeindegebiet von ­Urtenen-Schönbühl hat aber seine besten Tage hinter sich. Davon zeugt etwa eine abgebrochene Rücklehne an einer Sitzbank. Und einige der Infrastrukturen widersprechen dem aktuellen Beschluss für das kantonale Naturschutzgebiet Moossee. Ein ­asphaltierter Parkplatz in einem Schutzgebiet wäre heute ebenso undenkbar wie ein Rasen auf der Liegewiese.

Lücke wird geschlossen

Das soll sich bis etwa in einem Jahr ändern. Aktuell ist das Baugesuch für die Umgestaltung des Pärkli publiziert. Geplant ist etwa die Verschiebung des Parkplatzes ausserhalb des Schutzgebiets, ergänzt mit einem Picknickbereich mit Tischen und Bänken. Er erhält eine neue Zufahrt, wird kleiner und mit einem Mergelbelag versehen. Der Schwarzbelag des heutigen Parkplatzes wird abgetragen und renaturiert. Ebenso wird der Rasen entfernt und durch eine Naturwiese mit Wildpflanzen ersetzt.

Die Sitzbänke verschwinden, die grossen Findlinge werden an den Rand des Pärkli versetzt. ­Personen, die sich entspannen wollen, können das zukünftig auf hölzernen Liegeplattform machen. Entlang der Lyssstrasse wird ein neuer Gehweg erstellt, der die letzte Lücke beim Rundweg um den Moossee und damit bei der Besucherlenkung im Naturschutzgebiet schliesst.

Chalet wird abgebrochen

Einbezogen in die Umgestaltung wird die Nachbarparzelle. Das baufällige Chalet des Uferschutzverbands wird abgerissen. Der Uferbereich, wo sich kleine Befestigungen befinden, wird ab­geflacht. Neue Bauten sind im ganzen Naturschutzgebiet nicht erlaubt.

Geplant und ausgeführt werden die Arbeiten durch die Abteilung Naturförderung beim Amt für Landwirtschaft und Natur. Die Gemeinde Urtenen-Schönbühl, der das Grundstück gehört und die ihre Wünsche anbringen konnte, übernimmt den Grossteil der Kosten. Der Gemeinderat hat dafür einen Investitionsbetrag von maximal 130 000 Franken bewilligt. In Zukunft wird sich die Abteilung Naturförderung um die naturschützerische Pflege (Holzerei und Mahd) innerhalb des Schutzgebietes im Pärkli kümmern. Der Unterhalt der ­Anlagen und die Abfallthematik bleiben weiterhin Sache der Gemeinde.

Nach dem Baugesuch erfolgt die Ausschreibung der Arbeiten. Voraussichtlich gegen den Herbst wird das Projekt ausgeführt, sodass sich die Besucher ­etwa in einem Jahr über ein neu gestaltetes Pärkli freuen dürfen.

Belasteter Standort

Früher war dieser Uferabschnitt am Moossee alles andere als geschützt. Im Kataster der belasteten Standorte ist die Parzelle mit dem Chalet verzeichnet. Dort wurden zwischen 1930 und 1955 Bauschutt und Siedlungsabfälle deponiert. Weil aber nur die oberste Schicht abgetragen wird, muss der Standort nicht saniert werden. Das Amt für Wasser und Abfall hat dazu bereits Stellung genommen.

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