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Bibelzitate und ein goldener Penis zum 1. Mai

1. Mai ist, wenn Revolutionäre einen goldenen Penis durch die ­Innenstadt fahren und Sozialdemokraten die Bibel zitieren.

Der Umzug zum Tag der Arbeit fand im diesem Jahr erst am Nachmittag statt.
Der Umzug zum Tag der Arbeit fand im diesem Jahr erst am Nachmittag statt.
Jürg Spori
Bei der Nydeggbrücke wurden Rauchpetarden gezündet. Nicht nur roter...
Bei der Nydeggbrücke wurden Rauchpetarden gezündet. Nicht nur roter...
Jürg Spori
Gemeinderat Michael Aebersold bei seiner Ansprache auf dem Bundesplatz.
Gemeinderat Michael Aebersold bei seiner Ansprache auf dem Bundesplatz.
Jürg Spori
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In der Stadt Bern ist der Märit wichtiger als der 1. Mai. Die Gewerkschaften konnten deshalb den Bundesplatz am gestrigen Tag der Arbeit erst am späteren Nachmittag belegen. Rund 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besammelten sich um 16.30 Uhr in der Kramgasse für den Umzug, der auf den Bundesplatz führte. Ganz zuhinterst reihten sich rund 500 Anhänger des revolutionären Blocks ein.

Sie führten einen goldenen Penis mit, mit dem sie gegen die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau protestierten. Auf dem Bärenplatz spaltete sich der re­volutionäre Block dann wieder ab und marschierte zum Bahnhof weiter. Die einen Teilnehmer ­zogen dann in Richtung Reit­schule, die anderen nahmen den Zug nach Thun, wo eine nächste ­Demonstration anstand.

Am Tag der Arbeit demonstrierten in Bern rund 2000 Personen für die Lohngleichheit. Video: sda

Ungleichheit grosses Thema

SP-Grossrätin Béatrice ­Stucki, die Präsidentin des städtischen Gewerkschaftsbundes, forderte getreu dem Motto der Veranstaltung: «Lohngleichheit. Punkt. Schluss.» Und fügte an: «Wir ­wollen uns nicht mehr mit der Worthülse, dass der Markt das ­regeln müsse, abspeisen lassen. Und auch nicht mit unverschämten Sätzen, dass die Frauen eben besser verhandeln müssten.»

Auch der Stadtberner Gemeinderat Michael Aebersold marschierte beim Umzug mit. Der ­Sozialdemokrat berief sich auf das Matthäus-Zitat aus der Bibel «Wer hat, dem wird gegeben» und geisselte die zunehmende Ungleichheit in der Welt und in der Schweiz.

Er kritisierte, dass der Grosse Rat die Unternehmen um 300 Millionen Franken entlasten wolle. Und auf der anderen Seite kürze er den Grundbedarf bei der Sozialhilfe auf 907 Franken. «Da bleiben einem Menschen gerade noch 9.40 Franken pro Tag für Nahrungsmittel», sagte er, um sich dann wieder auf ­Matthäus zu berufen: «Wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, ­genommen werden.»

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