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Der grosse Schritt zum Voi

Nach langen Jahren des Stillstands ist auf dem Areal des geschlossenen Restaurants Linde Leben eingekehrt: Die Arbeiten für den Neubau mit integriertem Mi­gros-Laden haben begonnen.

Absperrgitter und Maschinen: Die Bauarbeiten auf dem Linde-Areal in Wichtrach haben begonnen.
Absperrgitter und Maschinen: Die Bauarbeiten auf dem Linde-Areal in Wichtrach haben begonnen.
Christian Pfander

Vielleicht Coop? Vielleicht die Migros? Oder vielleicht am Ende doch Coop?Viel ist in den letzten Jahren darüber gerätselt worden, wer in Wichtrach die Nase vorn haben wird. Das Rennen ging im Frühling 2015 los, als die beiden Grossverteiler fast zeitgleich Interesse an der 4000-Seelen-Gemeinde im Aaretal bekundeten. Erst sah es aus, als ob Coop das Rennen machen würde. Dann schien es plötzlich, als ob die Migros die besseren Karten hätte – bevor sich das Blatt wieder zugunsten von Coop wendete. Mittlerweile war es Anfang 2018, und die Siedlung, in die Coop einziehen wollte, kündigte sich mit einer grossen Baugrube an. Auf der Parzelle des alten Restaurants Linde, auf das die Migros mit ihrem Voi-Laden ziehen sollte, war es so still wie immer seit der behördlich verfügten Schliessung vor knapp sieben Jahren.

Nur ein Teil bleibt stehen

Doch nun ist alles völlig anders. In den letzten Julitagen ist das Areal der Oekopol-Immobilien AG um den Oberhofner Unternehmer Lorenz Harzenmoser mit mobilen Gittern abgesperrt worden. Baumaschinen fuhren auf und machten sich an die Abbrucharbeiten im hinteren Teil der Liegenschaft. Denn vom alten Haus bleibt nur der vordere, der Bernstrasse zugewandte Teil stehen. Er stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist von der Denkmalpflege wegen seiner – wie im Inventar zu lesen ist – «schönen Details» als erhaltenswert eingestuft worden.

Die Räume in den dahinter liegenden ehemaligen Stallungen kommen nach diversen Umbauten auf gerade mal 35 Jahre oder noch weniger. An ihre Stelle setzt die Oekopol-Immobilien AG nun einen Neubau, der quer zum historischen Linde-Gebäude steht und auch einen Teil des Parkplatzes bedeckt. Er umfasst sieben Wohnungen, dazu im Un­ter­ge­schoss eine Tiefgarage – und im Parterre eben das Lokal für das Migros-Projekt.

Die drei Wohnungen im Altbau werden saniert. Bei Bedarf kann hier weiterhin gewirtet werden, wenn auch in kleinerem Rahmen als in der bisherigen Linde.

Wieder ein Stück offener

Mit ihrem Voi-Laden wird die Migros nicht direkt in Wichtrach präsent sein. Das Geschäft wird vielmehr von einem selbstständigen Franchisnehmer geführt, der neben dem klassischen Migros-Sortiment auch Tabakwaren und Alkohol anbietet.

Wie nun das Rennen zwischen den beiden Grossen im Schweizer ­Detailhandel ausgeht? Die Situation ist wieder ein Stück offener als noch Anfang Jahr, obwohl sich an der Reihenfolge offiziell nichts geändert hat: Coop will im kommenden Frühling aufmachen, die Migros ihren Voi anschliessend im Herbst eröffnen. Mal sehen, ob es tatsächlich dabei bleiben wird.

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