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Der illegale Biketrail ist weg

Jahrelang errichteten Unbekannte im Bärenriedwald widerrechtlich eine Biketrail-Strecke. Für die Kosten der nun erfolgten Rückbauarbeiten wird der Kanton Bern zur Kasse gebeten.

Hätte nichts gegen eine erlaubte Lösung: Gemeindepräsident Manfred Waibel in den Überresten einer illegal erstellten Schanze.
Hätte nichts gegen eine erlaubte Lösung: Gemeindepräsident Manfred Waibel in den Überresten einer illegal erstellten Schanze.
Nicole Philipp
Die Bikestrecke wurde immer abenteuerlicher und damit aber auch gefährlicher.
Die Bikestrecke wurde immer abenteuerlicher und damit aber auch gefährlicher.
zvg
Die Kosten des Rückbaus werden dem Kanton Bern in Rechnung gestellt.
Die Kosten des Rückbaus werden dem Kanton Bern in Rechnung gestellt.
zvg
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Vorerst wird keiner mehr mit seinem Bike durch die Lüfte im Bärenriedwald springen. Die illegal erstellten Schanzen im Wald in Münchenbuchsee, auf denen Biker vermutlich bis vor einigen Tagen noch ihre Sprünge machten, wurden Anfang dieser Woche endgültig zurückgebaut. Nur noch einige in den sonst unberührten Waldboden gestapfte Bikewege sind unter den braunen Blättern zu erkennen.

2016 entdeckte der Staatsforstbetrieb (SFB), der den Kanton Bern als Grundeigentümer der betroffenen Waldparzelle vertritt, erstmals den illegalen Biketrail. Mehrfach habe man mit kleinen Rückbauarbeiten interveniert, wie Hanspeter Luginbühl, stellvertretender Leiter des Staatsforstbetriebes, berichtet. Doch Unbekannte bauten den Radweg immer wieder von neuem auf.

Im Frühling 2018 sei die Grenze des Tolerierbaren dann überschritten worden. «Von da an war klar: Der Biketrail muss verschwinden», sagt Luginbühl. Weitere Schritte leitete das Amt für Wald ein. Es forderte die Gemeinde Münchenbuchsee auf, den endgültigen Rückbau des Biketrails bis Ende November zu verfügen.

Die Haftungsfrage

Für den Rückbau nennt Hanspeter Luginbühl zwei Gründe. Erstens: Der Biketrail überschreite das Recht nach ZGB-Artikel 699, wonach es jedem Bürger und jeder Bürgerin erlaubt ist, den Wald frei zu betreten. Zweitens: Da nicht bekannt ist, wer den Biketrail erstellt hat, haftet der Grundeigentümer, in diesem Fall also der Kanton, für allfällige Unfälle.

«Das geht natürlich nicht», sagt Luginbühl. Normalerweise würden solche Angebote wie der Biketrail im Bärenriedwald zwischen dem Grundeigentümer und einem Betreiber geregelt. Da es jedoch keinen Betreiber respektive keine Trägerschaft gibt, gebe es auch keine Regelung, so Luginbühl.

Das ist auch der Grund, weshalb der Kanton für die anfallenden Rückbaukosten von rund 2500 Franken selber aufkommen muss. Auf eine Anzeige gegen unbekannt habe man vonseiten des SFB aber verzichtet. «Weil wir keine Vermutungen anstellen konnten, wer den Trail erstellt haben könnte», sagt Hanspeter Luginbühl.

Legales Angebot ist denkbar

Der Biketrail ist vorerst Geschichte. Trotzdem: Dass es dereinst ein legales Biker-Angebot im Bärenriedwald geben könnte, sei nicht ausgeschlossen, sagt Luginbühl. Das bestätigt Gemeindepräsident Manfred Waibel. «Ich befürworte ein solches Angebot. Es ist schade, dass der Biketrail zurückgebaut werden musste. Wenn sich die Leute schon bewegen, sollte man es ihnen auch ermöglichen.» Betreiben wolle die Gemeinde einen Biketrail aber nicht. «Viel eher würden wir zwischen Grundeigentümer und einer allfälligen Trägerschaft vermitteln.»

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