Mehr Stadt in Köniz' Zentrum

Köniz

Das Parlament stellte sich hinter die neuen baulichen Pläne fürs Rappentöri und das Gebiet vom Brühlplatz bis zum Bahnhof. Skeptisch ist der Ortsverein.

Zwei neue Gebäude sind beim Rappentöri geplant – im Mai stimmt das Volk über die neue Zonenplanung ab.

Zwei neue Gebäude sind beim Rappentöri geplant – im Mai stimmt das Volk über die neue Zonenplanung ab.

(Bild: zvg)

Lucia Probst

Es soll urbaner werden: das Könizer Zentrum. Letzten Herbst sagte das Stimmvolk Ja zu einer zweiten Ausbauetappe beim Bläuacker mit Wohnungen, Geschäften und einem neuen Platz.

Im Mai wird das Volk nun über zwei weitere Planungen abstimmen. Das Parlament gab am Montagabend grünes Licht dafür. Das Rappentöri am Fuss des Schlosshügels wie auch das Gebiet vom Bahnhof zum Brühlplatz sollen ihr Gesicht verändern und dichter bebaut werden.

Die Planung fürs Rappentöri beschäftigt die Gemeinde seit über zehn Jahren: So gibt es mit Janus bereits ein Bauprojekt aus einem Architekturwettbewerb. Zwei Bauten sind vorgesehen, rund sechzig Wohnungen und neuer Gewerberaum geplant. Es sei eine Zahnlücke im Zentrum, die man nun schliessen wolle, so Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP). «Heute ist der Ort attraktiv und unternutzt. Die Überbauung wertet ihn massiv auf.»

Die meisten Parteien sahen das wie Sedlmayer. Das Terrain an so zentraler Lage besser zu nutzen, mache Sinn, so der Tenor. Anlass zu Diskussionen gaben vor allem noch die Parkplätze und der pro­gnostizierte Mehrverkehr. Während die Grünen für weniger Parkplätze plädierten, fand die FDP, es habe viel zu wenige. Schliesslich aber beliess es das Parlament bei den Vorgaben von maximal 129 Parkplätzen und 1150 täglichen Fahrten für das Projekt.

Komplett gegen das Projekt sprach sich die SVP aus. Sie fürchtete, das Ortsbild mit dem Schloss und den historischen Bauten leide zu sehr darunter. Und stellte auch das erneute Wachstum und den zusätzlichen Bedarf an Verkaufsflächen im Zentrum infrage. Es gelte zuerst zu entscheiden, ob und wie sich Köniz weiter entwickeln solle.

Damit nahm die SVP als einzige Partei die Kritik auf, die auch der Ortsverein Köniz am Bauprojekt übt. Im Vorfeld der Sitzung hat er sich mit einem Schreiben an die Parlamentsmitglieder gewandt. Seit Jahren stuft er das Projekt als problematisch ein. Deshalb will er mit einer Abstimmungskampagne für ein Nein kämpfen.

Dichter auch beim Bahnhof

Nachhaltig verändern soll sich auch das Gebiet vom Könizer Bahnhof bis zum Brühlplatz, ­allenfalls gar inklusive eines Hochhauses. Dafür hat die Gemeinde ebenfalls neue zonenplanerische Grundlagen geschaffen. Diese waren im Parlament inklusive SVP unbestritten. Es zeigte sich offen für die angestrebte ­innere Verdichtung.

Anders als beim Rappentöri, wo das Land der Gemeinde gehört, werden nebst der Gemeinde private Grundeigentümer mit im Spiel sein. Es gelte nun die Weichen für die Entwicklung dieses Filetstücks zu stellen, so der Tenor im Parlament.

Berner Zeitung

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