Der Ochsen kommt unter den Hammer

Rapperswil

Das Konkursamt ist den Ochsen Rapperswil nicht losgeworden. Jetzt kommts zur Versteigerung.

Der Ochsen Rapperswil steht vor einer offenen Zukunft.

Der Ochsen Rapperswil steht vor einer offenen Zukunft.

(Bild: Beat Mathys)

Stephan Künzi

Der freihändige Verkauf ist gescheitert, nun kommt der Ochsen Rapperswil auf die Gant. Das geht aus einer Publikation im Amtsblatt hervor: Das Konkursamt Seeland will den alten Gasthof Ende November versteigern. Den Wert der frisch sanierten Liegenschaft aus dem Portefeuille der konkursiten Fritonex AG schätzt es auf gut 2,9 Millionen Franken.

Der finanzielle Niedergang der Fritonex AG passt so gar nicht zum Bild, das der denkmalgeschützte Ochsen heute abgibt. Die Fassade leuchtet in klarem Weiss, die roten Fensterläden sind frisch gestrichen – die liebevoll restaurierten filigranen Verzierungen schliesslich unterstreichen den Glanz, den das rund 125 Jahre alte, für seine Zeit so typische Laubsägelihaus heute ausstrahlt.

Kein Wunder, fand Gemeindepräsidentin Christine Jakob (SVP) vor 6 Jahren nur lobende Worte für das Gebäude, welches mitten im Dorf gleich neben der Kirche und direkt an der Hauptstrasse steht: «Es sieht wunderschön aus.»

Richtig zum Leben erwacht ist der Ochsen nie mehr, seit er vor 9 Jahren von den Erben der ehemaligen Wirtefamilie an die Fritonex AG überging. Anwohner sahen zwar hin und wieder Licht, kurzzeitig wohnte hier sogar jemand. Sonst aber blieb die Liegenschaft, in der seit dem grossen Umbau neben einem Restaurant, einer Pizzeria und einem grossen Saal auch sechs Hotelzimmer sowie acht Wohnungen untergebracht sind, mehr oder weniger leer.

Dabei hatte die Fritonex AG Grosses vor in Rapperswil. Über eine Drittfirma namens KK Admin GmbH wollte sie den Ochsen in ein Kulturzentrum verwandeln, so das Handelsregister. Für beide Firmen trugen zeitweise die gleichen Leute die Verantwortung: Martin Frischknecht aus Forst bei Längenbühl und seine Frau Kathrin Frischknecht-Hasler. Er machte unter anderem Schlagzeilen als Politiker am rechten Rand, sie war vor Jahren am Schweizer Radio die Volksmusikexpertin schlechthin.

Neben anderem vertrieb die Fritonex AG den Powertube, ein Gerät, das von Martin Frischknecht entwickelt worden war und eine heilende Wirkung entfalten soll. Als der Konkurs letztes Jahr Tatsache war, sagte der für die Schlussphase der Firma verantwortliche Verwaltungsrat René Engler: Der lahmende Handel mit dem Powertube, ausgelöst durch den Kurszerfall des Euro und eine Warnung der Schweizer Gesundheitsbehörde, habe zum Ruin beigetragen. Genauso wie ein Streit um Forderungen der Steuerverwaltung.

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