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«Der Rip-Deal ist ein modifizierter Enkeltrick»

Am Montag wurden mehrere Personen wegen Betrugs verurteilt. Im Interview erklärt der Berner Staats­anwalt Lukas Büttiker die Eigenheiten eines Rip-Deals. Und wie man sich davor ­schützen kann.

Bei einem vorgetäuschten Hotelkauf in Bern sollte eine Immobilienfirma betrogen werden. Durch einen sogenannten Rip-Deal ergaunerten rumänische Trickbetrüger eine Million Euro. Am Montag wurden die Täter verurteilt. Staats­anwalt Lukas Büttiker erklärt im Interview was ein Rip-Deal ist und wie die Täter vorgehen.

Herr Büttiker, was ist ein Rip-Deal?Lukas Büttiker:Der Rip-Deal ist ein modifizierter Enkeltrick. Die Trickdiebe täuschen Interesse an einem Geschäft vor, bei dem es um einen sehr hohen Geld­betrag geht. Auf einmal wollen die Trickdiebe sehen, ob bei ihrem angeblichen Geschäftspartner das Geld tatsächlich vorhanden ist. Sie vereinbaren ein Treffen, dort wird das Bargeld präsentiert und in einem Paket mit Klebeband umwickelt, bis es ganz abgedeckt ist. Dann wird das Geld vermeintlich in einem Schliessfach deponiert.

Was heisst «vermeintlich»?Die Trickdiebe tauschen das versiegelte Paket aus. Deponiert wird ein vorbereitetes Paket, das genau gleich aussieht. Darin ­befinden sich aber vor allem Pa­pierschnipsel.

Aber wie können die Diebe die Pakete unbemerkt vertauschen?Im vorliegenden Fall führte eine Trickdiebin eine versiegelte ­Tasche mit Papierschnipseln in ihrem Rock mit. Als ihr Opfer abgelenkt war, hat sie die Taschen vertauscht.

Gibt es viele Rip-Deals?Es ist grundsätzlich sehr schwierig, Dunkelziffern abzuschätzen. Wir gehen aber davon aus, dass diese im Fall des Rip-Deals sehr hoch ist.

Wie kann man sich vor einem Rip-Deal schützen?In einer seriösen Geschäftsbeziehung gibt es niemals die Forderung, einen grösseren Bargeldbetrag vorzuweisen. Das kommt einfach nicht vor. Wenn dies verlangt wird, sollte man die Polizei informieren.

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