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Der Schmelztiegel von Kehrsatz

Kehrsatz

In den verlotterten Blöcken im Hängelenquartier am Längenberg leben vor allem Ausländer – meistens unter sich, nach eigenen Regeln. Das sorgte für Ärger und Ängste im Dorf. Doch die Kehrsatzer Behörden haben reagiert.

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Johannes Reichen

Man kennt das. Am Anfang läuft es noch ganz rund, doch schon zieht der Käse erste Fäden. Bald beginnt er zu tropfen, und schliesslich fällt das Brot plump von der Gabel ins Caquelon, wo gerade ein Käsefondue blubbert, moitié-moitié.

So geht es auch dem eritreischen Mädchen im Bistro Weidli in Kehrsatz. Also steckt es sich ein neues Brotstück auf die Gabel und isst weiter.

Mittwochabend, das Bistro Weidli ist ein Tollhaus, Kinderlärm, Klaviergeklimper, Käse­geruch. Deutschkaffee, so heisst der Anlass, initiiert von der Gemeinde Kehrsatz, organisiert vom Hilfswerk Young Caritas.

Alem Medhin, Eritreerin, ist mit ihren drei Mädchen gekommen. Sie lebt noch nicht lange in Kehrsatz und möchte Deutsch lernen. Gegessen hat sie schon. «Das Fondue war gut», sagt sie.

Gözde Erdal, Türkin, ist da. «Ich lebe seit anderthalb Jahren in der Schweiz», sagt sie, «ich möchte hier leben und arbeiten, aber ich kann die Sprache zu wenig gut.» Hier finde sie Leute mit einem ähnlichen Sprachniveau, das sei für den Anfang gut für sie.

Berner Zeitung

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