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Der umstrittene Parkplatz wird teurer

Der Gemeinderat hat nicht mit Opposition ­gerechnet. Einsprachen gegen den Parkplatz Sternenmatt in Worb verhindern nun, dass der ­Kanton das Terrain für den Bau vorbereiten kann. Das kostet Worb eine schöne Stange Geld.

Einst Kulturland, dann Baustellendeponie und bald Parkplatz. Auf dem Areal zwischen Sternen (hinten rechts) und der Worble sollen künftig Autos parkieren.
Einst Kulturland, dann Baustellendeponie und bald Parkplatz. Auf dem Areal zwischen Sternen (hinten rechts) und der Worble sollen künftig Autos parkieren.
Andreas Blatter

Es war clever ausgedacht. Und kostensparend. Ein nahtloser Übergang sollte es geben von einem Baustellengelände zu einem Baugrund für einen Parkplatz. Die Rede ist von der Sternenmatt in Worb. Die Gemeinde hat das ehemalige Kulturland gekauft, um dort einen sogenannten Multifunktionsplatz zu bauen.

In erster Linie wird dieser die Parkplätze vor der Eishalle ersetzen, die mit der Dreiklang-Überbauung in der Hofmatt verloren gehen. In den letzten Jahren diente die Sternenmatt hinter dem Restaurant Sternen als Materialdeponie für den Bau der Umfahrungsstrasse. Nun sind Strasse und Tunnel fertig, die Umfahrung wird in einem Monat eröffnet.

Doch der Start für den Bau des Sternenmatt-Parkplatzes verzögert sich, weil gegen das Projekt Einsprachen eingegangen sind. Bis die Baubewilligung rechtskräftig ist, können die Maschinen nicht auffahren. Das kantonale Tiefbauamt will das Areal in den nächsten Wochen jedoch räumen und an die Gemeinde übergeben. Damit ist es nicht möglich, das Gelände direkt auf den neuen Parkplatz abzustimmen.

Der Kanton muss ihn so vorbereiten, dass er in den ursprünglichen Zustand als Kulturland gesetzt werden könnte. Gemäss einer Mitteilung des Gemeinderates hat dies finanzielle Folgen: «Es entstehen Mehrkosten von rund 20'000 Franken.» Der Betrag kann mit Reserven aufgefangen werden. So werde der vom Parlament genehmigte Kreditrahmen von 282'000 Franken trotzdem eingehalten.

Die Einsprachen zum Sternenmatt-Parkplatz wurden aus zwei Gründen gemacht: Einerseits wollen die Anwohner auf dem Strässchen, das dorthin führt, keinen Mehrverkehr. Kommt ­dazu, dass die Zufahrt von der Bernstrasse her durch zwei Liegenschaften eingeengt wird. Andererseits ist die Wohngenossenschaft Hawo, wo auch Behinderte leben, als Anstösserin dagegen, weil Fussgänger und Rollstuhlfahrende aus der Liegenschaft die Zufahrtsstrasse nutzen, um ins Dorf zu gelangen.

Verkehr vorprogrammiert

Mit zusätzlichem Verkehr ist – zumindest zu gewissen Zeiten – zu rechnen. Denn der bisherige Parkplatz Hofmatt nimmt im Sommer die Fahrzeuge der Badi-Gäste auf, im Winter diejenigen der Besucher von Eishockeyspielen. Zudem wird das Areal auch vom Militär genützt, das zeitweise in der Truppenunterkunft untergebracht ist. Als Ausweichmöglichkeit fasst der Gemeinderat die benachbarte Migros-Einstellhalle ins Auge. Dort müssten aber wohl bauliche Anpassungen vorgenommen werden.

Brisanter ist die zweite Einsprache der Wohngenossenschaft. Darin wird argumentiert, der Sternenmatt-Parkplatz sei verknüpft mit dem Projekt Dreiklang. Denn damit dort das Parkplatzdefizit entschärft werden kann, werde die Sternenmatt überhaupt gebaut. Dies sieht Gemeindepräsident Niklaus Gfeller (EVP) nicht so. Es seien zwei verschiedene Geschäfte, sagt er.

Die Argumentation der Wohngenossenschaft Hawo ist jedoch nicht abwegig. Tatsächlich sagten die Stimmberechtigten 2009 ja zur Zonenplanänderung Hofmatt und übertrugen dem Gemeinderat die Finanzkompetenz für die Baurechtsvergabe des Areals. Beim damaligen Projekt war stets von drei viergeschossigen Gebäuden die Rede und von 283 Parkplätzen, davon 130 unterirdisch in zwei Geschossen.

Nochmals an die Urne?

Es zeigte sich aber bald, dass kein Investor bereit war, unter diesen Bedingungen zu bauen und den vorgegebenen Baurechtszins zu zahlen. So wurde das eine Einstellhallengeschoss gestrichen, womit 110 Plätze wegfallen. Bei zwei Gebäuden wurde die Geschosszahl erhöht: auf fünf beziehungsweise sechs Geschosse. Die Wohngenossenschaft Hawo verlangt, das Volk müsse nochmals über die damalige Vorlage abstimmen, weil das heutige Projekt nicht mehr der Vorlage entspreche, zu der das Volk ja sagte.

Niklaus Gfeller wendet ein, die Änderung der Geschosszahl sei Teil eines ordentlichen Planverfahrens im Rahmen einer Teilortsplanungsrevision gewesen. «Dazu wurden keine Einsprachen gemacht.» Ob die Worber Behörden mit dieser Argumentation durchkommen, wird der Entscheid des Regierungsstatthalters zeigen.

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