Der Zuchtstier wird zum Siegermuni

Konolfingen

Zuchtstier Tresor fristete bis anhin ein unscheinbares Dasein auf dem Hof von Daniel Blum in Konolfingen. Nächstes Wochenende wartet am bernisch-kantonalen Schwingfest der grosse Auftritt auf ihn.

Bei der Taufe im August 2018: Tresor mit den Taufpaten Simone Niggli-Luder und Christian Stucki.

Bei der Taufe im August 2018: Tresor mit den Taufpaten Simone Niggli-Luder und Christian Stucki.

(Bild: Andreas Blatter)

Der zweieinhalbjährige Simmentaler Stier, dem die Ehre zuteilwird, nächstes Wochenende in Münsingen am bernisch-kantonalen Schwingfest als Siegermuni aufzutreten, hat prominente Taufpaten. Die ehemalige OL-Läuferin Simone Niggli-Luder und der 126-fache Kranzschwinger Christian Stucki haben den Siegermuni vor knapp einem Jahr auf den Namen Tresor getauft.

Tresor? Hart wie Stahl, aber mit wertvollem Kern, oder wie ist der Name zu deuten? «Harte Schale, weicher respektive wertvoller Kern passt», sagt Besitzer Daniel Blum. «Er ist äusserlich ein mächtiges Tier, aber im Umgang sehr liebevoll.» Der Name wurde im Rahmen eines Gewinnspiels von der Sponsorin Bank SLM auserkoren.

Ohne Angriffslust

Seit knapp einem Jahr ist Tresor der Zuchtstier auf Daniel Blums Hof in Konolfingen. Blum hatte ihn damals mit dem Wissen gekauft, dass er neben seiner wichtigsten Aufgabe als Zuchtstier auch Siegermuni des bernisch-kantonalen Schwingfests würde. «Die Anfrage vom Veranstalter kam bereits zuvor, da sie einen reinen Simmentaler wollten, der Horn hat. Und sie wussten, dass wir immer einen solchen haben.»

Beim Kauf achtete Blum darauf, dass Alter, Grösse und Gewicht stimmen. Für den Kaufentscheid ausschlaggebend aber war, so Blum, «dass der Muni auf der Weide inmitten der Kuhherde direkt auf uns zukam, was selten ist und von einer Charakterstärke zeugt.» Weil er so zutraulich war und keine Angriffslust zeigte, habe er sich schliesslich entschieden, ihn zu kaufen. «Ich wusste genau, dass er das Potenzial zum Siegermuni hat und am Schwingfest einen guten Auftritt hinlegen wird.»

Ruhig bleiben

Wehmut, dass der Muni als Lebendpreis seinen Hof bald verlassen könnte, schwingt bei Blum nicht unbedingt mit: «Damit rechnet man. Ich gehe nicht davon aus, dass es passiert. Aber wäre es so, gehörte dies halt zum Alltag dazu.»

Der beste Schwinger kann sich bekanntlich für das Tier oder seinen Gegenwert in bar entscheiden. Blum bezeichnet den Auftritt am Schwingfest als einmaliges Erlebnis. «Ich kann die Situation, die wir in Münsingen mit 13'000 Zuschauern haben werden, mit Tresor nicht trainieren. Wichtig ist vor allem eines: Ich darf als sein Betreuer nicht zu nervös sein. Je ruhiger ich bin, desto ruhiger ist auch Tresor.»

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