Die Badi ist gerettet – vorerst

Grosshöchstetten

Die Stimmbürger halten an ihrem Freibad fest: Mit einem Ja zur Badiinitiative beauftragen sie den Gemeinderat, ein Sanierungskonzept zu erarbeiten. Es war wohl nicht das letzte Mal, dass die Gemeinde über die Badi abstimmt.

Standen für und gegen die Sanierung des Freibads ein: Edith Aeberhard vom Initiativkomitee (l.) mit Gemeindepräsidentin Christine Hofer.

Standen für und gegen die Sanierung des Freibads ein: Edith Aeberhard vom Initiativkomitee (l.) mit Gemeindepräsidentin Christine Hofer.

(Bild: Manuel Zingg)

Stephanie Jungo

Für die Befürworter der Grosshöchstetter Badi war es gestern ein Freudentag: «Wir sind am Feiern», sagte Edith Aeberhard vom Initiativkomitee «Üses Freibad blybt». Eine deutliche Mehrheit sagte Ja zur Initiative, die vorsieht, dass der Gemeinderat ein Sanierungsprojekt für die in die Jahre gekommene Badi erarbeitet. Kosten dürfen die Arbeiten dabei nicht mehr als 3,5 Millionen Franken. Überdies soll die bestehende Wasserfläche nicht wesentlich verkleinert werden.

«Kämpfen hat sich gelohnt»

Vor zwei Jahren hatte der damalige Gemeinderat unter Präsident Martin Steiner (EVP) beschlossen, die Badi zu schliessen. Sie sei alt und rentiere nicht. Jahrelang seien nur die nötigsten Unterhaltsarbeiten gemacht worden, eine Sanierung sei darum zu teuer, argumentierte der Gemeinderat. Sein Vorschlag: Die Badi soll zurückgebaut werden und einer Begegnungsstätte mit Spielplatz, Grillstellen und Beachvolleyballfeld weichen.

Gegen das Vorhaben regte sich Widerstand: Die Initiative «Üses Freibad blybt» wurde lanciert und 1000 Unterschriften gesammelt – nötig wären 258 gewesen. Gestern sprach sich nun die Bevölkerung für die Initiative und damit gegen den gemeinderätlichen Vorschlag einer Begegnungsstätte aus. Der Ja-Stimmen-Anteil fiel mit rund 65 Prozent deutlich aus.

Über das klare Verdikt sei auch sie überrascht gewesen, sagte Edith Aeberhard. «Das Kämpfen hat sich gelohnt.» Die Befürworter der Badi würden sich freuen, dass man in Grosshöchstetten auch in Zukunft draussen baden kann. «Es ist schön, dass der Treffpunkt erhalten bleibt.»

Dass damit nur ein erster Schritt geschafft ist, weiss auch das Initiativkomitee. Denn vorerst wird der Gemeinderat lediglich dazu verpflichtet, ein Sanierungsprojekt auszuarbeiten. Und darüber wird wohl dereinst wieder abgestimmt «Wir hoffen, dass der Gemeinderat fair arbeitet und ein gutes Projekt zur Abstimmung bringen wird», sagte Edith Aeberhard dazu.

«Ergebnis ist in Ordnung»

«Das Stimmvolk hat entschieden», sagte gestern Gemeindepräsidentin Christine Hofer (EVP) zum Ausgang der Abstimmung. Es sei dem Gemeinderat ein Anliegen gewesen, dass sich die Grosshöchstetter zur Badi äussern können. «So wie das Ergebnis nun rausgekommen ist, ist es für uns in Ordnung.»

Der Gemeinderat wisse damit, was er zu tun habe: «Wir erarbeiten nun ein Detailprojekt, um dem Stimmvolk einen definitiven Kredit für die Sanierung der Badi vorlegen zu können», erklärte Hofer. Wann dies sein wird, könne der Gemeinderat noch nicht sagen. Ein Szenario könne so aussehen, dass die Stimmbevölkerung den Kredit dereinst trotzdem ablehnt und das Freibad doch nicht saniert werde.

Die finanzielle Lage Grosshöchstettens ist indes angespannt. Eine Steuererhöhung ist wohl unumgänglich. Und: In der Gemeinde stehen in naher Zukunft zahlreiche Investitionen an. Ob und wie die Sanierung der Badi andere Projekte tangiere, könne der Gemeinderat im Moment noch nicht abschätzen. «Dafür ist es noch zu früh», sagte Christine Hofer. Klar hingegen sei, dass die Belastung der Gemeindefinanzen mit der Sanierung des Freibads weiter steige.

Resultat: 1296 Ja (65,7%), 676 (34,3%). Stimmbeteiligung: 61,9%.

Berner Zeitung

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