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Die Dame von Arles und ihre fantastischen Bestien

Das Kunstmuseum Bern zeigt eine Retrospektive des umfangreichen Werkes der französischen Bildhauerin Germaine Richier (1902–1959). Man taucht ein in den Kosmos einer avantgardistischen Meisterin der Groteske.

Germaine Richier, La Sauterelle / Die Heuschrecke, 1955-56, Bronze, 138,5 x 96 x 170 cm, Kunstmuseum Bern.
Germaine Richier, La Sauterelle / Die Heuschrecke, 1955-56, Bronze, 138,5 x 96 x 170 cm, Kunstmuseum Bern.
zvg

In Ovids Metamorphosen geschieht es dauernd: Eine menschliche Gestalt wird in ein Stück Natur verwandelt. Narcissus in eine Blume, Arachne in eine Spinne, Callisto in eine Bärin. Meist sind es Strafen der Götter, die unverhofft jene treffen, die sich fehlverhalten.

Bei Germaine Richiers Mischwesen sucht man vergeblich nach dem Grund der Verwandlung. Die französische Bildhauerin (1902– 1959) habe von «privaten Mythologien» erzählt, sagt Daniel Spanke, Kurator der Ausstellung «Germaine Richier. Retrospektive». Sie liess sich von mündlich überlieferten Geschichten ihrer Heimat, dem südfranzösischen Arles inspirieren. Als Kind hat die Tochter eines Weinbauers angeblich ganze Regimente von Heuschrecken besessen.

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