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Die eigene Oberstufe ist Vergangenheit

Ab dem nächsten Sommer gehen die Oberstufenschüler nach Schwarzenburg oder Plaffeien in die Schule. Das hat die Gemeindeversammlung entschieden.

Ab nächstem Sommer steht das Schulhaus Brandelen in Guggisberg leer: Die Oberstufenschüler gehen dann auswärts zur Schule.
Ab nächstem Sommer steht das Schulhaus Brandelen in Guggisberg leer: Die Oberstufenschüler gehen dann auswärts zur Schule.
Christian Pfander

Der Entscheid war letztlich schnell gefasst: Ohne Diskussion genehmigte die Gemeindeversammlung von Guggisberg mit 80 zu 23 Stimmen die Auflösung der Oberstufe. Die Gemeindeversammlung am Donnerstag war eigens für dieses Traktandum einberufen worden. Sie traf auf reges Interesse: Rund 110 Personen fanden sich in der Mehrzweckhalle Riffenmatt ein.

Bereits ab dem nächsten Schuljahr gibt es für die Guggisberger Realschüler der 7. bis 9.Klasse einen längeren Schulweg: Ab August 2012 gehen sie in Schwarzenburg und Plaffeien in die Schule. Dies ist für die Sekschüler seit Jahren so. Das Schulhaus Brandelen in Guggisberg, wo derzeit die Oberstufe noch untergebracht ist, steht demnach ab dem nächsten Sommer leer.

Die Schülerzahlen sinken

Der Hauptgrund, weshalb Bildungskommission und Gemeinderat beantragt hatten, die Oberstufe zu schliessen, sind die Schülerzahlen. Derzeit gehen in Guggisberg noch genug Schüler für zwei Realklassen ein und aus. Ab dem nächsten Schuljahr sieht es allerdings anders aus: Es könnte nur noch eine Klasse aufrechterhalten werden. Für die Jahre danach sieht es nicht besser aus – im Gegenteil. «Die Schülerzahlen bewegen sich an der unteren Grenze. Der Wegzug einer Familie würde schon genügen, um die Mindestklassengrösse nicht mehr zu erreichen», sagte der zuständige Gemeinderat Rudolf Kämpfer.

Ein weiterer Grund sind die ohnehin schon komplizierten Schülertransporte. Würde der Schulstandort Guggisberg beibehalten, müsste die Gemeinde mittelfristig einen weiteren Schulbus anschaffen. Dies zöge nebst dem Kauf jährliche Kosten von rund 40000 Franken nach sich.

Ein weiterer Grund sind die Wahlfächer, die bei nur einer Klasse kaum mehr angeboten werden können.

Eigene Sek scheiterte

Noch im letzten Sommer versuchte die Bildungskommission, die Oberstufe in Guggisberg zu halten. An der Gemeindeversammlung vom Juni 2010 beantragte sie, eine eigene Sekundarschule aufzubauen und die Schüler wieder von Schwarzenburg und Plaffeien zurückzuholen. Gemeinsam mit den Realschülern wären so die Zahlen hoch genug gewesen, um längerfristig den Schulbetrieb in der Brandelen zu sichern, argumentierte die Kommission.

Weder Gemeinderat noch Bevölkerung mochte diesem Antrag folgen, auch weil die längerfristige Finanzierung offen blieb.

Mittelfristig noch eine Schule

Der Entscheid, die Oberstufe zu schliessen, ist lediglich ein Zwischenschritt. In Guggisberg ist eine Arbeitsgruppe daran, die gesamten Schulstrukturen zu überdenken und ab Anfang 2012 neu zu organisieren. Angestrebt wird mittelfristig ein einziger Schulstandort, anstelle der derzeit vier Schulhäuser Guggisberg, Schwendi, Hirschmatt und Riedstätt. Um das zu erreichen, müsste allerdings in einen Neubau investiert werden – das ist für Guggisberg momentan zu teuer. Gemeinderat Kämpfer wies darauf hin, dass auch ein schrittweiser Ausbau des Schulhauses Schwendi eine Lösung wäre. Derzeit zielt der Gemeinderat auf eine Übergangslösung mit zwei Schulstandorten ab.

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