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Die Fasnächtler liessen es knallen

Mit dem ersten Fasnachtsumzug in der Region eröffnete Belp am Samstag die Saison des närrischen Treibens. Unter dem Motto «Das isch ds 10ni» jährt sich die Belper Fasnacht zum zehnten Mal.

Geislechlöpfer gehören nicht unbedingt zur Fasnacht, sie machen aber enenso viel Lärm wie die Guggenmusiken.
Geislechlöpfer gehören nicht unbedingt zur Fasnacht, sie machen aber enenso viel Lärm wie die Guggenmusiken.
Iris Andermatt

Wenn die Trompeten und Posaunen die Melodie des Beach-Boys-Klassikers «Surfin‘ USA» schmettern, die Tuba einige schräge Töne dazwischenschleudert und die Trommeln dazu den Takt stampfen, dann haben die Guggen den richtigen Ton für die Fasnacht angeschlagen. Standesgemäss laut und bunt zogen sieben Guggen aus den Kantonen Bern und Freiburg durchs Dorf und gaben den zahlreichen Zuschauern den Takt vor, um der eisigen Kälte hüpfend und wippend zu trotzen.

Bäfzger und Chlöpfer

Thomas Wenger ist Vizepräsident des Vereins Belper Fasnacht und Tätschmeister auf dem Festplatz. Er war dabei, als vor gut zehn Jahren die Belper Gugge «Chabis Schtorzä Bäfzger» gegründet wurde. Das Grösste an der Fasnacht sei die Musik und dass einmal im Jahr nicht alles so ernst zu und her gehe, sagt Wenger.

Nicht ganz so ernst nimmt man es auch mit der Fasnachtstradition. So haben sich zwischen die grossen und kleinen Indianer, Clowns und Mäuse und all die farbenprächtigen Guggen die Geislechlöpfer aus dem solothurnischen Balsthal gemischt. Sie nahmen in diesem Jahr erstmals am Umzug teil. Mit der Fasnacht haben sie aber eigentlich nur gemein, dass ihre Geisseln genauso laut knallen, wie die Guggen trompeten. Für gewöhnlich peitschen die Geisseln in Balsthal und der Region Lenzburg am 6.Dezember zum traditionellen Chlauschlöpfe durch die Luft.

Laut und bunt gemischt

Für den Import des solothurnischen Brauchs ist der Belper Stefan Grossenbacher verantwortlich. Er entdeckte die Geissel in der Auslage eines Geschäftes und war davon «magisch angezogen». Um die richtige Technik zu lernen, war der stolze Besitzer auf das Können des Balsthalers Markus Reinhardt angewiesen. Der hat den über hundert Jahre alten Brauch in Balsthal wieder zum Leben erweckt. Jedes Jahr übt er ab November mit den Kindern auf dem Schulhausplatz für den grossen Auftritt am Chlaustag. Grossenbacher und sein Freund Beni Zimmermann aus Gerzensee mussten zum Teil oben auf dem Gurnigel üben, wo der Lärm niemanden störte. Dennoch sorgte das Knallen der Geisseln für rote Köpfe, als es für eine Schiessübung des Militärs am heiligen Sonntag gehalten wurde.

Grossenbacher und Zimmermann hoffen, dass durch den gemeinsamen Auftritt mit den Balsthaler Geislechlöpfer am Belper Fasnachtsumzug der eine oder andere Fasnächtler den Narren am Geislechlöpfe gefressen hat. Narrenfrei und lautstark wollen sie auch in Zukunft die Berner Fasnachtstradition um den Solothurner Chlausbrauch bereichern.

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