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Die Gerüche sollen auch künftig kontrolliert werden

Der GZM-Gestank war in Lyss und Busswil während Jahren ein Politikum. Eine Begleitgruppe fungiert seit 2007 als Vermittlerin. Nun soll diese Gruppe neu aufgestellt und politisch legitimiert werden.

Simone Lippuner
Die GZM-Begleitkommission soll breiter abgestützt werden.
Die GZM-Begleitkommission soll breiter abgestützt werden.
Beat Mathys

Mitte der 90er-Jahre sei es ganz schlimm gewesen. Der Wind trug den bissigen Gestank, der durch die Prozesse beim Lysser Schlachtabfallverwerter GZM entstand, in den meisten Fällen über die Gemeindegrenze nach Busswil.

«Die Lebensqualität war extrem eingeschränkt, nachts konnten die Schlafzimmerfenster nicht geöffnet werden», sagt der ehemalige Busswiler Gemeinderat Hans Peter Willi. Die Firma GZM habe die verarbeitete Abfallmenge laufend erhöht, gleichzeitig aber die Abluftreinigung nicht angepasst. Der Gestank wurde immer schlimmer, es herrschte dicke Luft.

Bis das Dorf sich wehrte. Gemeinsam mit dem damaligen Busswiler Gemeindepräsidenten Rolf Christen (BDP), heute Gemeinderat in Lyss, initiierte Hans Peter Willi 2007 die Begleitkommission GZM. Hauptziel der Kommission ist es, die Lysser und Busswiler Bevölkerung vor störenden Umweltbelastungen der GZM zu bewahren.

«Wir wollen, dass sorgfältig gearbeitet wird», sagt Willi. Nun sei aber die Zeit für eine neue Aufstellung der Kommission gekommen, sagt Willi, und er fordert dies mit seiner Partei, der GLP, in einem politischen Vorstoss.

Junge sollen übernehmen

Die Begleitkommission besteht aus Vertretern von Gemeinde, Kanton und GZM, Hans Peter Willi ist der einzige Volksvertreter. Und er denkt langsam, aber sicher ans Aufhören. «Ich bin jetzt pensioniert und finde, jüngere Menschen sollten in der Kommission Einsitz nehmen.»

Die GLP verlangt mit ihrem Postulat vom Lysser Gemeinderat, zu prüfen, ob die Begleitgruppe neu zusammengesetzt werden sollte und deren Arbeit an eine bestehende Fachgruppe zu übertragen sei.

So wäre die Kommission breiter abgestützt und hätte eine grössere politische Legitimation. «Dies jedoch, ohne die bestehenden, gut funktionierenden Prozesse bei Geruchsereignissen zu ändern», sagt Gemeinderat Rolf Christen, der ebenfalls Mitglied der GZM-Begleitkommission ist.

Seit 2006 sorgt ein Biofilter bei der GZM für frische Luft und für Frieden im Dorf. Laut Christen ist die Geruchssituation seither stabil, die Lage hat sich entspannt. «Es gab keine Beanstandungen mehr.» Auf der Geruchshotline gehen heute pro Jahr noch ein bis drei Anrufe ein: «Die Wahrnehmungen sind aber meistens nicht auf GZM-Gerüche zurückzuführen», so Christen.

Thema bleibt aktuell

Ein Bindeglied zwischen GZM und Bevölkerung müsse unbedingt bestehen bleiben, betont Hans Peter Willi. «Die GZM wird sich auch künftig weiterentwickeln, das Thema bleibt also aktuell.» Zudem gehe es auch darum, für die Bevölkerung Transparenz zu schaffen. Willi: «Die Lebensqualität muss erhalten bleiben.»

Die Begleitkommission trifft sich einmal pro Jahr zum Informationsaustausch. Die Gruppe hat Einsicht in die Messprotokolle und Prozessdokumentationen der GZM. Überschreitet diese die Emissionsgrenzwerte, müssen Gemeinde und Kommission über die Abweichungen informiert werden.

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