Die kleinsten Raubtiere der Erde auf Schloss Landshut

Utzenstorf

«Mauswiesel & Hermelin» heisst die diesjährige Sonderausstellung auf Schloss Landshut.

Hermelin mit Maus.

Hermelin mit Maus.

(Bild: zvg)

Das Schweizer Museum für Wild und Jagd in Utzenstorf präsentiert ab kommendem Sonntag Spannendes aus dem Leben der beiden kleinsten Raubsäugetiere. Die Rede ist von Mauswieseln und Hermelinen, sie gehören zur Familie der Marder. Mit der Ausbreitung des Siedlungsraums und der intensiven Nutzung von Agrarland sind sie in einigen Gegenden der Schweiz selten geworden, wie die Museumsverantwortlichen am Mittwoch in Erinnerung riefen.

Die vom Naturhistorischen Museum Freiburg konzipierte Schau geht der Frage nach, wo die beiden Arten herkommen. Sie zeigt, was sie voneinander unterscheidet, wer ihre Feinde sind, warum sie der Bauer schätzt und was sie zum Überleben brauchen.

Die nur 15 bis 20 cm grossen Tiere sind buchstäblich wieselflink, und sie sind hervorragende Jäger: Bei jeder dritten Jagd machen sie Beute. Bevor die Hauskatze bei uns heimisch wurde, hielten die Bauern deshalb Mauswiesel und Hermeline als effiziente Mäusejäger auf ihren Höfen.

Allerdings gelten beide Arten als ausgesprochen verfressen. Auch vor Lebensmittelvorräten macht ihre Fresslust nicht Halt. Wiesel markieren ihr Territorium zudem mit einem penetranten Geruch. Diese für den Menschen lästigen Begleitumstände haben dann wohl der gesitteteren Hauskatze zum Durchbruch verholfen.

Hermelinfell als Standesausweis

Hermeline wechseln im Winter die Fellfarbe von Zimt- bis Kastanienbraun zu Weiss. Hormone steuern den Fellwechsel, wobei die Aussentemperatur wichtig ist: In warmen Wintern entfällt der Fellwechsel oder erfolgt nur unvollständig. Das weisse Winterfell des Hermelins wurde früher hoch geschätzt, es galt als Symbol und Zeichen von Reinheit, Unbestechlichkeit und hohem Stand. Dementsprechend war es hochgestellten Würdenträgern vorbehalten. Im 19. Jahrhundert wurde Hermelinfell dann als Modeaccessoire zu Schals, Muffs und Kragen verarbeitet.

In der Sonderausstellung können die Besuchenden Felle von verschiedenen, auch seltenen Marderarten an der Fell-Taststation in die Hand nehmen und befühlen. Die Unterschiede in Feinheit, Farbe, Zeichnung und Dichte sind so direkt erfahrbar.

Die Saison auf Schloss Landshut dauert dieses Jahr bis zum 14. Oktober. In der permanenten Ausstellung ist neu eine Auswahl von Feuerwaffen der Schweizer Jäger im 19. und 20. Jahrhundert zu sehen.

tan/sda

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