Zum Hauptinhalt springen

Die Reitschule bleibt Chefsache

Der Gemeinderat hat entschieden, die Federführung im nicht unproblematischen Reitschule-Dossier bei der Präsidialdirektion zu belassen. Somit übernimmt Alec von Graffenried das Geschäft.

Das nicht gerade einfache Reitschule-Dossier bleibt bei der Präsidialdirektion.
Das nicht gerade einfache Reitschule-Dossier bleibt bei der Präsidialdirektion.
Stefan Anderegg
Der neue Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried übernimmt das Dossier ...
Der neue Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried übernimmt das Dossier ...
Urs Baumann
Zuvor hatte Sicherheitsdirektor Reto Nause das Dossier betreut. Denn im 2013 hatte die Stadtregierung beschlossen, das Dossier im jährlichen Rotationsprinzip von einer Direktion an die nächste weiterzugeben.
Zuvor hatte Sicherheitsdirektor Reto Nause das Dossier betreut. Denn im 2013 hatte die Stadtregierung beschlossen, das Dossier im jährlichen Rotationsprinzip von einer Direktion an die nächste weiterzugeben.
Andreas Blatter
1 / 4

Der neue Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried erbt das Reitschul-Dossier von seinem Vorgänger Alexander Tschäppät. Der Gemeinderat hat entschieden, die Federführung in dem nicht unproblematischen Geschäft weiterhin bei der Präsidialdirektion zu belassen.

2013 hatte die Stadtregierung beschlossen, das Dossier im jährlichen Rotationsprinzip von einer Direktion an die nächste weiterzugeben. Im März 2015 übernahm der damalige Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) das Dossier von Sicherheitsdirektor Reto Nause.

Seither blieb das Dossier in der Präsidialdirektion unter Tschäppäts Fittichen. Der langjährige Stadtpräsident trat Ende Jahr bekanntlich ab. Sein Nachfolger Alec von Graffenried übernimmt nun das Geschäft bis auf weiteres, wie aus einer Mitteilung des Gemeinderates vom Donnerstag hervorgeht.

Gespräche werden forgesetzt

Ob die Stadtregierung an der rotationsweisen Betreuung des Dossiers festhalten will, ist derzeit noch offen. Vorerst weitergeführt werden die Gespräche zwischen Behörden und Reitschule unter der Leitung des ehemaligen Bundesrichters Hans Wiprächtiger.

Das alternative Kulturzentrum sorgt in der Stadt Bern seit einem Vierteljahrhundert für hitzige Diskussionen. Die Reitschule ist unbestrittenermassen eine feste Grösse im Kultur- und Partyleben der Stadt. Doch immer wieder kommt es im Umfeld der Institution zu Gewalt.

Linksautonome, gewaltbereite Chaoten nutzen die Reitschule als Rückszugsort nach Randalen. Eine klare Distanzierung der Reitschule von diesem Treiben fehlt. Die Institution versteht sich als basisdemokratische, alternative Oase in der Wüste von Kommerz, Staats- und Polizeigewalt.

Die Betreiber bedauern jeweils die Vorfälle und sehen sich selbst als Opfer. Die Betreiberin könne nicht für alle Ereignisse im Umkreis der Reitschule verantwortlich gemacht werden, heisst es jeweils.

Die Gegend um die Reitschule ist aber auch sonst ein Kristallisationspunkt gesellschaftlicher Probleme. Die Schützenmatte gilt als stadtbekannter Drogenumschlagplatz. Immer wieder kommt es dort auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Im vergangenen Sommer protestierte die Reitschule mit einer temporären Schliessung gegen die Probleme auf dem Vorplatz. Die Reitschul-Aktivisten sehen die Probleme als Konsequenz einer ihrer Ansicht nach verfehlten Jugend-, Nachtleben-, Sicherheits-, Drogen- und Asylpolitik.

SDA/ngg

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch