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Die SP darf gleich doppelt feiern

Wahlerfolg auf der ganzen Linie für die SP.Mit Jürg Häberli holt sie das Gemeinderatspräsidium im ersten Wahlgang. Zudem luchst sie der SVP einen Sitzab. Die SVP muss gleich zwei Enttäuschungen verkraften.

Jürg Häberli (rechts) nimmt die Gratulationen vom amtierenden Gemeinderatspräsidenten Hans Mätzener (SVP) entgegen.
Jürg Häberli (rechts) nimmt die Gratulationen vom amtierenden Gemeinderatspräsidenten Hans Mätzener (SVP) entgegen.
Tanja Buchser
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Bei den Gemeindewahlen in Jegenstorf sind alle Entscheidungen bereits im ersten Wahlgang gefallen. Und die Wahlen kennen eine grosse Siegerin: die SP. Sie holt nicht nur zulasten der SVP einen dritten Sitz. Die Sozialdemokraten stellen ab dem nächsten Jahr auch den Gemeinderatspräsidenten. Jürg Häberli schaffte das absolute Mehr und liess ­Simon Glauser (SVP) und Karin Müller (BDP) klar hinter sich.

Jürg Häberli war selber etwas überrascht, nachdem ihm der abtretende Gemeinderatspräsident Hans Mätzener (SVP) gratuliert hatte. «Ich durfte mir sicher Chancen ausrechnen», sagte der 64-Jährige, der beim Gemeinderat mit Abstand das beste Resultat erzielt hat. «Aber ich hätte eher einen zweiten Wahlgang erwartet.» Einen möglichen Grund sieht er darin, dass er mit seiner Familie schon lange in Jegenstorf lebt, im Gegensatz zu Simon Glauser. Diese Verankerung im Dorf sei wichtig.

«Wir haben alle Ziele erreicht», freute sich Daniel Wyrsch, Mitglied des SP-Wahlkomitees. Auch er war erstaunt, dass es ums Präsidium in keinen zweiten Wahlgang geht.

Lange Gesichter bei der SVP

Die SVP-Vertreter konnten bei der Bekanntgabe der Resultate ihre Enttäuschung nicht verbergen. «Ich bin vor allem traurig für die Partei, die einen Sitz verloren hat», gab Simon Glauser zu Protokoll. Er sprach von einem «fantastischen Resultat» für Jürg Häberli. Glauser hatte gehofft, dass er es wenigstens in einen zweiten Wahlgang schaffen würde.

Der 42-Jährige war sich bewusst, dass er als Neuzuzüger einen schweren Stand haben würde. Und auch das Etikett des SVP-Hardliners, das er von seiner Zeit als ehemaliger Berner Stadtrat habe, werde er nicht los. Er habe gelernt, dass ein Wahlkampf wie in der Stadt auf dem Land wohl schlecht ankomme. Überall hingen grosse Plakate von ihm. «Der Wahlkampf war wohl zu offensiv», räumt Glauser ein. SVP-Wahlleiter Roger Jost sprach von einer «grossen Enttäuschung». Er müsse das Ganze zuerst analysieren, bevor er mögliche Gründe nennen könne. Sicher hätten aber die Stimmen des abtretenden Hans Mätzener gefehlt.

Zufrieden mit ihrem Resultat ist BDP-Kandidatin Karin Müller. Trotz wenig Werbung sei sie nahe an Glauser herangekommen. Dass es für sie nicht in den Gemeinderat reichte, trug sie mit Fassung. Mit Stefan Jaggi konnte die Partei ihren Sitz verteidigen.

Eine Familiensache

«Sehr zufrieden» mit der Verteidigung des FDP-Sitzes zeigte sich Parteipräsident Ulrich König. Das sei nicht selbstverständlich ohne Bisherige. Denn Susanne Siegenthaler durfte wegen der Amtszeitbeschränkung nicht mehr antreten. Der Sitz bleibt nicht nur in der FDP, sondern auch gleich in der Familie. Als neue Gemeinderätin wurde Tochter Sharon Sue Siegenthaler gewählt. Problemlos ihren Sitz halten konnte die EVP mit Robert Alder. Dank der neuen SP-Gemeinderätin Sandra Lyoth wird die Jegenstorfer Exekutive etwas weiblicher.

Resultate

Gemeinderatspräsident. Gewählt: Jürg Häberli, SP (779 Stimmen). Nicht gewählt: ­Simon Glauser, SVP (352); Karin Müller, BDP (312). Absolutes Mehr 722 Stimmen.

Gemeinderat.

SP, gewählt: Jürg Häberli (bisher, 1093), Lydia Baumgartner (bisher, 886), Sandra Lyoth (432). Ersatz: Bettina Foord (411), Adrian Baumgartner (398), Urs Horat (344).SVP, gewählt: Peter Kropf (bisher, 780). ­Ersatz: Simon Glauser (553), Nadine Buache (399), Roger Jost (320).BDP, gewählt: Stefan Jaggi (bisher, 877). ­Ersatz: Karin Müller (488), Claudio Caprez (287), Monika Bernhard (166), Ralph Zurbuchen (140).FDP, gewählt: Sharon Sue Siegenthaler (249). Ersatz: Gerhard Niklaus (237), Michael Berger (228), Daniel Delfosse (210), René Kohler (196), Jan N. Eckmann (171), Richard Huber (158).EVP, gewählt: Robert Alder (bisher, 485). ­Ersatz: Dominik Wütschner (212), Claudia ­Lavanchy (196), Lukas Walther (193), Anita Walther (148), Jean-Pierre Dürner (139).

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