Die Tasche, die beim Bad im Fluss nicht fehlen darf

Bern

Schwimmer in Bern steigen ohne den Aarebag kaum ins Wasser. Erfunden wurde die Rolltasche aber anderswo.

Der Aarebag: Ein Must-have für Aareschwimmer.

Der Aarebag: Ein Must-have für Aareschwimmer.

(Bild: Stefan Anderegg)

Frottiertuch, Badekleider und Sonnencreme gehören beim Aareschwumm standardmässig dazu. Passionierte Flussschwimmer kennen aber noch ein weiteres Ausrüstungsmuss: den Aarebag. Seit einigen Jahren ist er von Eichholz bis Lorraine überall in Wassernähe anzutreffen. Am Morgen sind darin Badehose und Sonnenbrille verstaut, am Abend treibt er die Aare hinunter.

Im Unterschied zu einer normalen Tasche ist der Aarebag wasserdicht. Wird die Öffnung richtig zusammengerollt und verschlossen, bleibt der Inhalt trocken. Wer sich mit der Tasche den Fluss hinabtreiben lässt, hat Tuch und Kleidung stets dabei und kann den Ausstiegspunkt flexibel wählen.

Erfunden wurde er in Deutschland

Die Idee stammt allerdings nicht aus Bern. Wasserdichte Rolltaschen gibt es schon länger. Laut Sarah Huber vom Aarebag-Anbieter Kitchener hat das deutsche Unternehmen Ortlieb als Erstes eine solche Tasche bekannt gemacht. Bereits seit den Achtzigerjahren bot Ortlieb wasserdichte Taschen an, unter anderem auch mit Rollverschluss.

Den ersten Schweizer Hype erlebte die Rolltasche in Basel. 2002 brachte Tilo Ahmels den Wickelfisch auf den Markt und in den Rhein. Rund zehn Jahre später wanderte dieser flussaufwärts in die Bundesstadt.

Die Berner Modelle sind deutlich schlichter - ein Beutel in Bärenform wäre wohl zu kompliziert. Dafür überbieten sich die Hersteller bei Farbe und Design. Auch das Material wurde weiterentwickelt. Sarah Huber erklärt: «Mit unserem leichteren Sack haben wir die Idee modernisiert.» Der Aarebag soll nicht zu schwer sein, damit man ihn immer dabeihaben kann.

Alle Aarebags sind «made in China»

Seit 2013 bietet Kitchener das verbesserte Modell in ihrem Laden an. Seither haben sie mehrere Mitbewerber bekommen. Das kleine Unternehmen Kaleeo bietet den Aarebag seit drei Jahren an. Der Unterschied zur Konkurrenz: Das Bedrucken findet in Bern statt. Der Beutel selber stammt, wie bei den anderen Anbietern, aus China.

Dort bezieht auch Nikola Vrban seine Ware. Seine Taschen mit «äuä»-Aufdruck nennt er «Dry bag» (Englisch für Trockensack). Trotz dem anderen Namen verdient auch er an der Aareschwumm-Begeisterung mit.

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