Die Zeichen stehen auf Wandel

Wichtrach

Am 8. September finden in Wichtrach Gemeindewahlen statt. Warum sich einiges ändern wird.

Am 8. September wird in Wichtrach die Nachfolge von Gemeindepräsident Hansruedi Blatti (FDP) (links, mit Gemeindeschreiberin Barbara Seewer und Gemeindeverwalter Andreas Stucki).

Am 8. September wird in Wichtrach die Nachfolge von Gemeindepräsident Hansruedi Blatti (FDP) (links, mit Gemeindeschreiberin Barbara Seewer und Gemeindeverwalter Andreas Stucki).

(Bild: Christian Pfander)

Cedric Fröhlich@cedricfroehlich

Da ist die Kampfwahl um das Gemeindepräsidium – gleich drei bisherige Gemeinderäte haben Ambitionen auf die Nachfolge von Hansruedi Blatti (FDP) angemeldet. Darüber hinaus stellen die Stimmberechtigten am 8. September eine neue Gemeinderegierung zusammen. Wichtrach steht ein spannender Herbst bevor. Nach Jahren der Beständigkeit stehen unweigerlich Rochaden an. Das hat verschiedene Gründe:

1. Weniger Bisherige

Offiziell findet am 8. September eine Erneuerungswahl statt. Heisst: Alle Gemeinderatssitze werden neu besetzt. Von den sieben Bisherigen treten nur vier zur Wiederwahl an. Nebst Blatti – der Gemeindepräsident hält jeweils einen der sieben Sitze – ziehen sich auch Peter Baumgartner (EDU) und Rudolf Schüpbach (SVP) aus der Lokalpolitik zurück. Baumgartner hat die maximale Amtszeit von zwölf Jahren erreicht, Schüpbach und Blatti treten aus Altersgründen kürzer. Im Minimum werden also drei Neue in den Rat einziehen.

2. Die SP

Die Sozialdemokraten müssen bangen. Ihr Mann im Rat hiess die letzten zwölf Jahre Daniel von Rütte. Auch er hat die maximale Amtsdauer erreicht. Weil von Rütte Gemeindepräsident werden möchte, ist er dennoch zu den Gemeinderatswahlen zugelassen. Auf der Liste SP plus findet sich einzig sein Name. Es gelang der Partei nicht, weitere Kandidierende zu rekrutieren.

Denkbar ist ein Szenario, in dem von Rütte zwar den Sprung in den Rat, nicht aber die Wahl zum Präsidenten schafft. In diesem Fall könnte er sein Amt nicht antreten. Er und die Partei hätten nach den Wahlen zehn Tage Zeit, Ersatz zu finden. Gelingt dies nicht, kommt es zur Ersatzwahl – und die SP würde ihren Sitz verlieren.

3. Zweikampf der Grossen

Mit der SVP (bisher drei Sitze) und der FDP (zwei Sitze) gehen die Schwergewichte der Wichtracher Lokalpolitik erneut eine Listenverbindung ein. Die Zusammenarbeit hat sich vor vier Jahren bewährt, als sich die SVP das Restmandat sicherte, knapp vor der FDP. Denkbar ist heuer auch der umgekehrte Ausgang.

Hansrudolf Bachofner, Präsident der Wichtracher SVP, begründet den Schulterschluss so: «Wir wollen die bürgerlichen Kräfte bündeln.» Sein erklärtes Ziel bleiben die drei Sitze. «Ich hoffe, dass wir wieder etwas Distanz zwischen uns und die FDP bringen.» Darüber hinaus soll Regula Ramseyer das Gemeindepräsidium für die Partei zurückerobern. Auch Heinz Gygax, Präsident der freisinnigen Ortspartei, will «eine solide bürgerliche Mehrheit im Gemeinderat».

Aber ebenso die FDP will stärkste Kraft werden. Laut Gygax habe die Partei das Potenzial, mindestens so gross zu werden wie die SVP – «oder sogar grösser». Man setzt auf verjüngtes Personal. Gygax: «Es kann nicht sein, dass sämtliche Gemeinderäte im Pensionsalter sind.» Zudem soll Bruno Riem für die Partei das Präsidium halten, das seit sechzehn Jahren in FDP-Hand ist.

4. Der «christliche» Sitz

Peter Baumgartner tritt, wie gesagt, nicht mehr an. Wie vor vier Jahren haben die EDU und die EVP zwei gemeinsame Listen eingereicht. Einmal die Mutterparteien, einmal die Jungparteien. Auch diese Listen sind miteinander verbunden. Den Jungen dürfte vor allem die Rolle als Stimmenbeschaffer zufallen. Alles mit dem Ziel, den einen «christlichen Sitz» im Gemeinderat zu verteidigen. Denn das ist laut Silvia Flühmann das Ziel. Flühmann ist die Spitzenkandidatin der Allianz und eines von noch sechs aktiven EVP-Mitgliedern in der Wichtracher Ortssektion. Sie macht keinen Hehl daraus, wieso die Liaison mit der EDU nötig ist. «Weil wir allein zu wenig Kraft haben.» Und weil es darum gehe, die Christen im Dorf zusammenzuhalten.

Kandidierende GemeinderatSVP: Regula Ramseyer, FritzSteiner (beide bisher), Yannick Beugger, Bruno Lädrach, Adrian Roth. FDP: Bruno Riem (bisher), Stéphanie Mohler, Marc Niederhäuser, Sonja Gygax. EDU/EVP: Silvia Flühmann, Ernst Brügger,Susanna Jüsi, Bernhard Steiner, Roland Baur. Junge EDU/Junge EVP: Silas Schertenleib, Deborah Schmutz, Daniela Mosimann-Christen, Carole Brügger. SP: Daniel von Rütte (bisher).

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