Die Zivilschutzanlage dient als Reserve

Grossaffoltern

Die Wogen haben sich geglättet. Deshalb stellt die Gemeinde Grossaffoltern die Zivilschutzanlage als Reserve für Asylsuchende zur Verfügung.

Gemeindepräsident Niklaus Marti beim Eingang zur Zivilschutzanlage in Grossaffoltern.

Gemeindepräsident Niklaus Marti beim Eingang zur Zivilschutzanlage in Grossaffoltern.

(Bild: Andreas Blatter)

Die Emotionen gingen im letzten Jahr hoch, als die Gemeinde Grossaffoltern dem Kanton die Zivilschutzanlage dafür anbot, diese als Notunterkunft für Asylsuchende zu nutzen. An einem Informationsabend fielen deut­liche Worte. Eine Interessen­gemeinschaft sammelte in der Folge 630 Unterschriften gegen die Asylunterkunft.

An einem weiteren Informationsabend diese Woche war die Stimmung anders. Neben kritischen gab es auch versöhnliche Töne. So sagte eine Frau, dass sie traurig sei, weil Hilfe suchende Menschen dermassen verteufelt würden. Ein Vertreter der Interessengemeinschaft betonte, dass man mithelfen, aber die Verantwortung nicht tragen wolle. Manche Votanten äusserten Bedenken zur Sicherheit, zum Tagesablauf der Asylsuchenden, zur Koexistenz von Asylzentrum und Schule.

Als Reserve 2

Erst ganz zum Schluss wurden die entscheidenden Fragen zum weiteren Verlauf gestellt. Da ergriff erstmals Gemeindepräsident Niklaus Marti (BDP) das Wort. «Der Vertrag ist noch nicht unterzeichnet worden, aber der Gemeinderat hat beschlossen, diesen nach der heutigen Veranstaltung zu unterschreiben.»

In den letzten Monaten hat sich die Lage im Asylbereich entschärft. Deshalb ist die Anlage in Grossaffoltern als Reserve 2 vorgesehen. Das bedeutet, dass sie während der zweijährigen Vertragsdauer innerhalb von drei Monaten zur Verfügung stehen muss. Allerdings nur im Notfall. Der Kanton setzt möglichst auf oberirdische Anlagen.

ab/hus

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