Drei Generationen im Ries

Walkringen

Hornussen ist in der Familie Hofer Tradition. Hans-Ueli, Erich und Timon, drei Generationen, spielen bei der Hornussergesellschaft Walkringen-Bigenthal.

Die Hornusserfamilie: Hans-Ueli, Timon und Erich Hofer (v.l.)

Die Hornusserfamilie: Hans-Ueli, Timon und Erich Hofer (v.l.)

(Bild: Beat Mathys)

Stephanie Jungo

Im Ries im Walkringer Moos. Hans-Ueli, Erich und Timon Hofer schlagen den Stecken. Das Träf trifft auf den Nouss. Er fliegt. Bis zur Schindel. Abgetan. Vater, Sohn und Enkel: Drei Generationen der Hofers spielen gemeinsam bei den Hornussern Walkringen-Bigenthal.

Über 55 Jahre ist der 68-jährige Hans-Ueli bereits aktiver Hornusser. Erich, 43 Jahre alt, schafft es auf 38 Jahre, der 9-jährige Timon auf 4 Jahre. Zusammengezählt fast 100 Jahre. Der Sport hat eine lange Tradition in der Familie: «Schon mein Vater und meine Brüder waren Hornusser», erzählt Hans-Ueli Hofer.

Doch woher kommt in der Familie die Faszination fürs Hornussen? So genau wissen das die drei nicht. Vielleicht wegen mangelnder Alternativen, mutmasst Hans-Ueli Hofer. «Zu meiner Zeit gab es höchstens noch Fussball. Aber sonst nur Hornussen.» Schon mehr Möglichkeiten hatte Erich Hofer. Er habe zeitweise Fussball gespielt, erzählt er. Sei dann aber beim Hornussen hängen geblieben. Auch sein Sohn will neben dem Hornussen neue Hobbys ausprobieren. Biken und Schiessen sind bei ihm momentan hoch im Kurs. 

Keine Zeit zum Hornussen 

Wo die Hofers noch zu dritt trainieren, laufen bald über 5000 Hornusser auf: Im Walkringer Moos findet im August das eidgenössische Hornusserfest statt. Neben der Schweizer Meisterschaft ist es der wichtigste Wettbewerb in diesem Sport. Die Gesellschaften Walkringen-Bigen­thal und Wäseli organisieren den Anlass. Zum Spielen kommen die Hofers am «Eidgenössischen» nicht. Einzig die erste Mannschaft von Wäseli, Nationalliga A, nimmt am Wettbewerb teil. Ansonsten haben die Vereinsmitglieder genug mit dem Helfen zu tun. Hans-Ueli Hofer ist im OK und für die Gaben zuständig. «Wir sorgen dafür, dass jeder auf der Bühne den richtigen Preis bekommt.» 

Vor, während und nach dem Fest werden die Hornusser eingespannt sein. «Es wird eine Riesen-Büez», sagt Erich Hofer. Aber das Festen sei schliesslich eine wichtige Tradition bei den Hornussern. «Kameradschaft wird bei uns grossgeschrieben», erklärt Hans-Ueli Hofer. 

Viele Vorbilder 

Im Ries im Walkringer Moos schwingen die Stecken, fliegt der Nouss. Auf den Trainings­anzügen der drei Hofers prangt das Logo der Hornussergesellschaft Walkringen-Bigenthal. Vor knapp 10 Jahren haben die Vereine fusioniert: «Wir hatten zu wenig Leute». So ergehe es vielen Vereinen. Vor allem am Nachwuchs mangle es. «Wenn es keine Hornusser in der Familie hat, kommt kaum jemand zu diesem Sport.»

Vorbilder gibt es in der Familie Hofer genug. «Fast die ganze Verwandtschaft hat gehornusst», erzählt Erich Hofer. Er und sein Vater sogar gemeinsam. «Das ist jetzt aber auch schon lange her», erinnern sich die beiden. Noch vor der Fusion der Vereine. Mittlerweile spielt Erich Hofer in der ersten Mannschaft, Nationalliga B. Und Hans-Ueli Hofer in der zweiten Mannschaft, dritte Liga. Noch heute trainieren sie zuweilen gemeinsam. «Wir Hornusser sind flexibel.» Wenn es nicht reicht für das Training in der ersten Mannschaft – wegen des Jobs oder der Familie – geht man halt mit der anderen Mannschaft am anderen Tag.

Der Zusammenhalt von Alt und Jung sei beim Hornussen etwas Schönes. Das gemeinsame Trai­nieren, aber auch das gemeinsame Festen. «Die älteren Mitglieder nehmen gern Inputs von den Jungen auf. Und umgekehrt profitieren die jüngeren Spieler von der Erfahrung der älteren», erzählt Erich Hofer. 

Schindel, Nuss und Stecken: Im Ries im Walkringer Moos packen die drei Hofers ihre Sachen zusammen.

Eidgenössisches Hornusserfest: 17. bis 19. und 24. bis 26. August. 

Berner Zeitung

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