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Dreiteiliger Ballettabend Magische Bewegungsdynamik

Die Leiterin des Berner Balletts, Cathy Marston, hat für ihre dynamische Company einen dreiteiligen Ballettabend zusammengestellt.

Die drei Stücke, zwei davon Uraufführungen, zeigen unterschiedliche Bewegungssprachen.

Sie haben das Premierenpublikum am Sonntag begeistert. Seit vergangener Spielzeit leitet die britische Tänzerin und Choreografin Cathy Marston das Ballett des Berner Stadttheaters. Der Stil des Ensembles ist damit traditioneller geworden, allerdings ohne auf zeitgenössische Elemente zu verzichten.

Dies verdeutlicht sich auch im neuesten, dreiteiligen Ballettabend. «No More Play», eine Choreografie des renommierten tschechischen Choreografen Jiri Kylian aus dem Jahre 1988, eröffnet den Abend mit einer abstrakt gehaltenen Tanzsprache, die aber sehr viel Sinnlichkeit ausstrahlt.

Zu einem Streichquartett von Anton Webern (1883-1945) verbinden sich dynamische, kraftvolle Schritte und Begegnungen zwischen Paaren zu dichten Zeichen im Raum.

Berührende Episoden

«Between the Clock and the Bed», eine Uraufführung der in den USA wirkenden Choreografin Karole Armitage, zeigt weiche, poetisch anmutende Tanzfolgen, die zwischen Festhalten und Loslassen osziliieren.

Dabei entwickeln sich berührende Episoden von Begegnungen und Trennungen, welche Leos Janaceks Suite für Streichorchester eine zarte und innige Dimension verleihen. Das fliessende Wasser im Bühnenhintergrund suggeriert zudem das transparente, kontinuierliche Entstehen und Vergehen von Form und Zeit.

Expressives Suchen

Die Uraufführung von «Libera me» schliesslich fasziniert mit einer expressiven, rohen Körperlichkeit, die mit aussdrucksstarken Bewegungssfolgen eine erzählerische Komponente annimmt.

Das Stück, das von der Ballettchefin Cathy Marston selber stammt, nimmt als musikalische Vorlage Igor Strawinski's Credo (1932), Ave Maria (1934), Pater Noster (1926), was dem Tanz eine emotionale Dringlichkeit gibt.

In einem Raum, der wie eine Wartehalle oder eine Durchgangsstation wirkt, prallen Schritte und Begegnungen aufeinander und suggerieren eine fiebrige Suche ohne Ziel.

Die Tänzerinnen und Tänzer begeistern mit hoher Präzision und Ausdruckskraft. Ebenfalls viel Applaus gab es für das Berner Symphonieorchester und den Chor des Stadttheaters Bern unter der musikalischen Leitung von Dorian Keilhack.

SDA

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