E-Bikes sollen im Sulgenbach bremsen

Bauliche Massnahmen sollen E-Bikes in der Stadt Bern verlangsamen.

Um die Situation an der Sulgenbachstrasse zu entschärfen, plante die Stadt deren Sperrung für Autos, Motorräder – und E-Bikes.

Um die Situation an der Sulgenbachstrasse zu entschärfen, plante die Stadt deren Sperrung für Autos, Motorräder – und E-Bikes.

(Bild: Adrian Moser)

In der Theorie ist eine Velohauptroute bernischer Prägung 2,5 ­­Meter breit, vom Fuss- und Autoverkehr abgetrennt, sicher und unterbruchsfrei. In der Praxis: ein Flickenteppich von Kompromissen.

Ein Beispiel für einen Kompromiss ist der Abschnitt Sulgenbachstrasse auf der Velohauptroute zwischen Bern und Köniz. Wer von Köniz kommt, soll vom Eigerplatz in die Eigerstrasse einmünden und kurz darauf via Sulgenbach- in die Mühlemattstrasse und weiter das Monbijou hochfahren.

Weil die Sulgenbachstrasse eine kleine Quartierstrasse ist und darauf viele Schulkinder sowie das Chinderchübu-Publikum unterwegs sind, ist sie für eine Velohauptroute eigentlich ungeeignet. Um die Situation zu entschärfen, plante die Stadt die Sperrung der Sulgenbachstrasse für Autos, Motorräder – und E-Bikes. Das entsprechende Gesuch liegt derzeit auf.

Pro Velo fürchtet Signal

Wie der «Bund» gestern berichtete, stösst sich Pro Velo an der Idee. Eine Einsprache seines Vereins sei «sehr wahrscheinlich», liess sich Präsident Michael Sutter zitieren. Dass schnelle E-Bikes die Sulgenbachstrasse nur noch mit ausgeschaltetem Motor befahren dürften, sei kaum umsetzbar und nur schwer zu kontrollieren. Würde erstmals in Bern auf einer Veloroute zwischen Velos und E-Bikes unterschieden, drohe eine Signal­wirkung.

Obwohl die Stadt das dreiteilige Fahrverbot vorerst nur versuchsweise einführen wollte, nimmt sie davon angesichts der Kritik bereits wieder Abstand. «Wir ziehen das Fahrverbot für E-Bikes zurück», sagte der städtische Verkehrsplaner Karl Vogel gestern. Auslöser für das Fahrverbot sei die Kritik des Quartiers am Durchgangsverkehr gewesen, nicht an der Velohauptroute.

Vogel gilt wie seine Chefin, Tiefbaudirektorin Ursula Wyss (SP), als Macher. Statt sich mit Pro Velo und der Gemeinde ­Köniz, die ebenfalls vorstellig geworden sei, eine Auseinandersetzung über den einen Kompromiss zu liefern, plant er einfach einen anderen: «Wir werden mit baulichen Massnahmen dafür sorgen, dass der Verkehr auf der Sulgenbachstrasse gebremst wird.» Wer sagts denn: Eine ­­Velohauptroute ist ein Flickenteppich von Kompromissen. (hae)

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