Ein Holzbau gegen das Platzproblem

Wabern

Auf dem Rasenplatz neben dem Dorfschulhaus entsteht für fünf Mil­lionen Franken ein hölzerner Erweiterungsbau. Er soll den zusätzlichen Schulraum schaffen, der dringend benötigt wird – und das schon bald.

Schulhaus statt Rasenplatz: Ab 2020 soll auf der heutigen Grünfläche neben der Dorfstrasse ein Erweiterungsbau stehen.

Schulhaus statt Rasenplatz: Ab 2020 soll auf der heutigen Grünfläche neben der Dorfstrasse ein Erweiterungsbau stehen.

(Bild: zvg)

Christoph Albrecht

Wabern boomt. Das zeigen die neuen Siedlungen im Bächtelenpark, am Nesslerenweg oder auf dem Brauereiareal, die in den letzten Jahren entstanden sind. Und diese sind begehrt. Fast 500 Zuzüger hat der grösste Könizer Ortsteil allein im Jahr 2016 verzeichnet – so viele wie nirgends sonst in der Gemeinde.

Das Wachstum ist für Köniz eine schöne Sache, denn es bringt neue Steuerzahler. Es stellt die Gemeinde aber auch vor Herausforderungen. Denn: Unter den Zuzügern sind viele Familien. Für deren Kinder fehlt allerdings der Schulraum. Kaum war 2015 das Schulhaus Wandermatte fertig ausgebaut, sah sich die Gemeinde mit neuen Platzproblemen konfrontiert. Eine erste Lösung stellte sie im Frühling in Aussicht: einen Erweiterungsbau neben dem bestehenden Dorfschulhaus.

Die Situation in Wabern:

Im Sommer 2020 bezugsbereit

Seit gestern ist nun klar, wie das neue Schulhaus einmal aussehen soll. Beim Gesamtleistungswettbewerb das Rennen gemacht hat ein Holzbau, der künftig von der Dorfstrasse her zugänglich sein wird (siehe Karte). Das neue Schulhaus beinhaltet nebst drei Klassenzimmern eine Aula sowie einen Raum für eine Tagesschule.

«Die Schülerzahlen entwickeln sich in Wabern rasant.»Thomas BrönnimannGemeinderat Köniz

Gemeinderat Thomas Brönnimann (GLP) zeigte sich gestern erleichtert darüber, dass mit dem geplanten Schulhaus den knappen Platzverhältnissen nun endlich entgegengewirkt werden kann. Denn gehe es um die Schülerzahlen, sei Wabern ein Hotspot. «Da entwickelt sich alles sehr rasant», sagte er. Umso gelegener kommt ihm, dass die Fläche neben dem heutigen Schulhaus schon heute in einer Zone liegt, die den geplanten Ergänzungsbau zulässt. Es werden also keine zonenrechtlichen Änderungen mehr erforderlich sein. «Das erlaubt uns einen zügigen Zeitplan», so Brönnimann. Vorgesehen ist, dass der Kredit von «über fünf Millionen Franken» schon nächstes Jahr vors Volk kommt. Läuft alles nach Plan, beginnen dann 2019 die Bauarbeiten, ehe das neue Schulhaus im Sommer 2020 bezugsbereit ist.

Rasenplatz zügelt auf Friedhof

Der neue Holzbau kann zwar das Schulraumproblem – zumindest vorübergehend – etwas entschärfen. Allerdings muss dafür der ­alte Rasenplatz geopfert werden. Das habe in Wabern zunächst einige Ängste ausgelöst, so Brönnimann. «Es wurde befürchtet, dass deswegen in Zukunft nirgendwo mehr gespielt werden kann.» Mit einem neuen, wenn auch deutlich kleineren Allwetterplatz, der zwischen Neubau und altem Schulhaus zu stehen komme, sei dies jedoch weiterhin möglich. «Und zwar neu das ganze Jahr.»

Dazu kommt, dass der Rasenplatz zwar vom bisherigen Standort verschwindet, aber wohl nicht ganz verloren geht. Die Gemeinde plant, den alten Friedhof hinter dem Dorfschulhaus in den nächsten Jahren in einen Park zu verwandeln. Dort soll dann auch wieder ein neues Rasenspielfeld entstehen.

Berner Zeitung

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