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Ein Leben lang von Musik begleitet

Sie ist Bäuerin, Gärtnerin. Familienfrau und Musikerin. Marianne Guillebeau musiziert seit 35 Jahren und präsidiert die Musikgesellschaft Harmonie Schwarzenburg.

Marianne Guillebeau spielt seit Jahrzehnten Cornet in verschiedenen Musikgesellschaften.
Marianne Guillebeau spielt seit Jahrzehnten Cornet in verschiedenen Musikgesellschaften.
Susanne Keller

Hündin Luna bellt die Besucher an, um sie dann schwanzwedelnd zu begrüssen. Marianne Guillebeau öffnet die Türe zum Bauernhaus, während ihr eine kleine Katze um die Beine streicht. Auf dem Küchentisch steht der Koffer mit ihrem Cornet, dem Schwesterchen der Trompete.

«Das Cornet tönt weicher und ist kleiner», sagt die Bäuerin, deren Mann Franz ihr das Blasinstrument zum 50. Geburtstag schenkte. Denn Musik ist nebst dem Garten das wichtigste Hobby der Bäuerin und Gärtnerin, die sich nebst um Haus und Garten auch um einen Pflanzblätz für die Selbstversorgung kümmert. Da kommt das Musizieren zum Ausgleich gerade recht.

Musikalische Familie

Geboren ist die 53-Jährige als Bauerntochter in Ferenberg, einem Weiler bei Bolligen. Ihr ­Vater Werner Stettler spielte 61 Jahre lang in der dortigen Musikgesellschaft, sie selber trat als Achtklässlerin ein und blieb, bis sie zuerst aus beruflichen, dann aus privaten Gründen wegzog.

«Ich verbrachte ein bäuerliches Lehrjahr in Wichtrach und ein weiteres Jahr im thurgauischen Dussnang, wo ich auch in der Musik spielte», sagt Marianne Guillebeau. Musik verbinde und helfe dabei, den Anschluss zu finden, ist sie überzeugt.

Als sie 1991 heiratete und nach Lanzenhäusern zog, trat sie in die Musikgesellschaft Harmonie Schwarzenburg ein, bei der sie bis heute nicht nur spielt, sondern die sie auch prä­sidiert.

Musik in den Genen

Es scheint, dass das Flair fürs Musizieren in den Genen der Familie Stettler-Guillebeau liegt. Marianne Guillebeaus Schwester musiziert nach wie vor in Ferenberg, und die vier Kinder haben alle ein Instrument spielen gelernt.

Die Musikergene prägen aber noch weitere Zweige der Familie: Marianne Guillebeaus Götti feiert auf seinem Rebgut in Erlach jedes Jahr eine Sichlete, die vor einiger Zeit zum Musikfest mutierte. «Der Götti bittet alle, die musizieren, ihr Instrument mitzubringen. Dann spielen wir jeweils gemeinsam, und es ist wunderschön.»

In der Musikgesellschaft lerne ich Leute kennen, denen ich sonst nie begegnet wäre.

Marianne Guillebeau

Die ruhige Frau gerät ins Schwärmen, wenn sie von diesen Gelegenheiten erzählt, wo Musik nicht nur die Familie, sondern ganz unterschiedliche Menschen verbindet. Das findet ­Marianne Guillebeau besonders schön: «In der Musikgesellschaft lerne ich Leute kennen, denen ich sonst nie begegnet wäre. Das finde ich wunderschön und auch spannend.»

Sturmfrei für die Familie

Als die vier Guillebeau-Kinder noch klein waren und die Mama am Freitag zur Musikprobe ging, habe das sturmfrei für die Familie bedeutet, hätten die Kinder viel später erzählt. Vater Franz Guillebeau habe dem Nachwuchs jeweils erlaubt, länger aufzubleiben.

Und, das hat jetzt gar nichts mit Musik zu tun, die vier Kinder hätten mit ihm Brot mit rohen Eiern geschmaust, die sie mit Salz in einer Schale verquirlten – ein Leckerbissen, den Marianne ­Guillebeau aus hygienischen Gründen nicht erlaubt hätte. «Das ist vorbei, heute lachen wir darüber. Die Kinder sind erwachsen und gehen immer mehr ihre eigenen Wege. Das bedeutet auch für mich, mehr Zeit zu haben.»

Zeit zum Üben, für die Musikgesellschaft, die Präsidiumspflichten, aber auch für Freundschaften mit gleichaltrigen Frauen. Häusliche Pflichten gibts noch genug. Hündin Luna bellt, weil sie hinausgelassen werden will.

Das Kätzchen möchte spielen. Auf dem Tisch stapelt sich sauber gefaltete Wäsche. Aber das Cornet, und damit die Musik, ist für Marianne Guille­beau präsent und ein wichtiger Teil ihres Lebens.

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