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Ein radikaler Weg

Wende bei der Schulraumplanung für Herrenschwanden. Die Jury im Submissionsverfahren entscheidet sich für einen kompletten Neubau. Das alte Schulhaus soll abgerissen werden.

Hans Ulrich Schaad
Der Schule Herrenschwanden steht ein wegweisender Entscheid bevor. Das Schulhaus soll durch einen Neubau ersetzt werden.
Der Schule Herrenschwanden steht ein wegweisender Entscheid bevor. Das Schulhaus soll durch einen Neubau ersetzt werden.
Urs Baumann

Das Schulhaus muss saniert werden und der Schulraum ist knapp. Das ist die Ausgangslage für die Schulraumplanung in Herrenschwanden, die seit bald vier Jahren läuft. Einen wichtigen Projektteil hat die Gemeinde Kirchlindach bereits realisiert: die Erweiterung des Kindergartens für knapp 1,7 Millionen Franken.

Der grosse Brocken folgt in den nächsten Jahren. Diese Etappe hat nun eine zweite Wendung genommen. Im Rahmen der Submission hat sich herauskristallisiert, dass ein Neubau die beste Lösung ist. «Diese Variante bringt viele Vorteile» sagt Gemeindepräsident Werner Walther (parteilos).

Turnhalle ist zu klein

Ursprünglich sah der Plan vor, das Schulhaus zu sanieren und auf der Ostseite zu erweitern. Dies entsprach einer Minimalvariante. Für diese Planung sprach die Gemeindeversammlung im Dezember 2014 einen Kredit. Damals ging man von Gesamtkosten von gut 6,5 Millionen Franken aus.

Als die Verantwortlichen das Projekt ausarbeiteten, hinterfragten sie es kritisch. Sie stellten fest, dass es mittel- bis langfristig sinnvoller wäre, den Westteil des Schulhauses abzubrechen und durch einen grösseren Neubau zu ersetzen. Damit hätte ein weiteres Problem gelöst werden können: die zu kleine Turnhalle durch eine Normturnhalle zu ersetzen.

Für diese neue Variante sprach die Gemeindeversammlung im letzten Juni einen Nachkredit für die Planung. Die Kostenschätzung für dieses Projekt lag bei gut 8,3 Millionen Franken. Mit diesen Vorgaben ging die Gemeinde in die Submission, bei dem ein Totalunternehmer gesucht wurde. Im Auftrag liess es der Gemeinderat den vier Anbietern ­offen, ob sie eine Sanierung und Erweiterung oder eine andere Variante vorschlagen.

Und siehe da: Zwei Unternehmen kamen mit einem kompletten Neubau und einem Abbruch des heutigen Schulhauses. «Eine solche Idee wurde schon einmal verworfen», erklärt Werner Walther. Die Jury habe sich intensiv mit den Vorschlägen auseinandergesetzt und sich «einstimmig» für die Variante kompletter Neubau entschieden.

Als Vorteile nennt der Gemeindepräsident tiefere Kosten und eine höhere Kostensicherheit als bei einer Sanierung sowie optimale Betriebsabläufe, die nicht auf bestehenden Strukturen basieren. Zudem müsse während des Baus kein Provisorium aufgestellt werden.

Land verkaufen

Die nun weiterverfolgte Variante ist aber teurer als die früheren. Wie hoch die genau sind, kann Werner Walther zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Jedoch nicht im «zweistelligen Millionenbereich». Dieser Neubau ermöglicht aber ein finanzielles Zückerchen. Nach dem Abriss des heutigen Schulhauses könnte dieser Teil der Parzelle neu genutzt und der Wohnzone zu­geteilt werden.

Die Gemeinde könnte dieses Bauland verkaufen und einen Teil der Investitionskosten wieder hereinholen. Dieses Bauland an der Hangkante könnte die Gemeinde sicher für einen guten Preis verkaufen, ist der Gemeindepräsident überzeugt.

Weil in der Gemeinde Kirchlindach weitere grössere Investitionen anstehen, zeichnet sich eine Steuererhöhung ab. Bereits im letzten Dezember beantragte der Gemeinderat im Hinblick auf diese Vorhaben eine Erhöhung der Steueranlage von 1,5 auf 1,55 Einheiten. Die Gemeindeversammlung lehnte diese Erhöhung «auf Vorrat» aber ab. Die Steuern sollten erst erhöht werden, wenn konkrete Projekte vorliegen.

Ein Sportplatz bleibt

In den nächsten Monaten wird das von der Jury auserkorene Projekt der Implenia AG bereinigt und angepasst. Es geht unter anderem um den genauen Standort auf dem heutigen Sportplatz oder auf dem Feld westlich davon. Werner Walther beruhigt aber gleich: «Einen Sportplatz wird es auch in Zukunft geben.» Ebenfalls muss noch abgeklärt werden, ob die Zone für öffentliche Nutzung zur Projektoptimierung angepasst werden muss, sie schreibt eine maximale Gebäudehöhe von acht Metern vor.

Das letzte Wort in dieser wechselvollen Geschichte hat die Gemeindeversammlung. Diese wird aber nicht vor Herbst 2017 über den Baukredit abstimmen. «Wenn ich wünschen könnte, dann sind wir in einem Jahr am Bauen», schliesst Gemeindepräsident Werner Walther.

Präsentation der eingereichten Projekte am Dienstag, 16. Mai, von 17 bis 20 Uhr in der Turnhalle Herrenschwanden.

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