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Eine lange Diskussion und ein Ja

Trotz Zweifeln und Bedenken hat sich die Gemeindeversammlung von Golaten durchge­rungen. In einer geheimen Abstimmung sagte die Mehrheit Ja zur Aufnahme von Fusionsabklärungen mit Kallnach.

Das Thema Fusion interessierte: Die Gemeindeversammlung Golaten war gut besucht.
Das Thema Fusion interessierte: Die Gemeindeversammlung Golaten war gut besucht.
Tanja Buchser

Genau vor einem Jahr hatte die Gemeindeversammlung von Golaten ihren Gemeinderat beauftragt, in Sachen Fusion in Kallnach anzuklopfen. Dies, nachdem 2012 eine Sechserfusion im ehemaligen Laupenamt gründlich gescheitert war. Auch Golaten hatte damals Nein gesagt.

Und nun sass man am Samstag wieder im Werkraum des Schulhauses zusammen. Es war wohl das Traktandum Nummer vier, das 63 von 221 Stimmberechtigten hatte antraben lassen: das Projekt zur Fusion mit der Nachbargemeinde Kallnach.

Blick zurück

In Kallnach fiel die Entscheidung relativ rasch (siehe Zweittext). Anders in Golaten. Nach eineinhalbstündiger Diskussion und ei­ner geheimen Abstimmung war es so weit: 40 Personen sagten Ja, 18 Nein, die restlichen enthielten sich der Stimme.

Trotz der klaren Zustimmung war die Stimmung im Saal nicht besonders entspannt. Für eine Kontroverse gesorgt hatte die Schulfrage. Einige äusserten ihre Sorge, dass ihre Kinder etwa gar in Aarberg zur Schule müssten.

Heute besuchen die grossen Golater Kinder in Kerzers den Un­terricht. Und obschon der Kanton deutlich mitgeteilt hatte, dass Golaten, anders als Clavaleyres, nicht in den Kanton Freiburg überlaufen dürfe, wollen das einige nicht glauben.

Plötzlich wurde auch Bedauern laut, dass die Sechserfusion 2012 gescheitert war. Zweifel wurden am ambitiösen, «Formel-1-mässigen» Zeitplan geäussert. Letzteres liess Gemeindepräsident Hansjürg Tüscher nicht gelten. «Man hat ein Ziel und versucht, es einzuhalten. Wir haben schon viel abgeklärt», sagte er. Unterstützung erhielt er von seiner Amtsvorgängerin Beatrice Ryser: «Wir müssen endlich einen Schritt vorwärtsmachen, sonst kommen wir nirgends hin.»

Blick nach vorn

Gemeindepräsident Tüscher, sonst die Ruhe in Person, verlor etwas die Contenance, als immer wieder moniert wurde, dass man mit Kerzers, mit Ferenbalm oder mit Wileroltigen hätte schauen sollen. Er betonte, dass Ferenbalm Nein gesagt habe, man mit einem Zusammenschluss mit Gurbrü und Wileroltigen nicht annähernd auf 1000 Einwohner käme und es nicht möglich sei, gleichzeitig Abklärungen mit mehreren Gemeinden zu machen.

Solche Doppelspurigkeiten würde der Kanton nicht mitfinanzieren. «Wenn du heiratest, fragst du da zwei Frauen oder eine?», fragte er einen Bürger. Und betonte: «Wir klären jetzt mit Kallnach ab, so, wie ihr es uns vor einem Jahr empfohlen habt.»

Darum ging es. Um eine Abklärung, nicht mehr und nicht weniger. Die Frage, warum um Himmels willen Kallnach mit seinen knapp 2000 Einwohnern an einer Fusion mit dem kleinen Golaten (320 Einwohner) interessiert sei, beantwortete Tüscher kurz und bündig: «Aus Solidarität mit einer kleinen Nachbargemeinde, die auch etwas Geld hat.»

Kommt die Fusion der beiden Gemeinden zustande, tritt sie am 1. Januar 2019 in Kraft – Formel-1-mässig bald.

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