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Eisbahn-Projekt: Köniz droht mit dem Ausstieg

Weil das Vorhaben für die Eishalle nicht vom Fleck kommt, steigt bei der Gemeinde Köniz die Ungeduld. Sie überlegt sich, aus dem Gemeinschaftsprojekt mit Schwarzenburg auszusteigen – und selber eine Halle zu bauen.

Die marode Kunsteisbahn Schwarzwasserbrücke soll überdacht werden. Das Arena-Projekt ist jedoch ins Stocken geraten.
Die marode Kunsteisbahn Schwarzwasserbrücke soll überdacht werden. Das Arena-Projekt ist jedoch ins Stocken geraten.
Urs Baumann

Bald dürfte bei der Schwarzwasserbrücke wieder ein Gewusel herrschen. Am Samstag wird die neue Schlöf-Saison eröffnet – und die beliebte Ausseneisbahn an der Gemeindegrenze zwischen Schwarzenburg und Köniz von Schlittschuhläuferinnen, Eishockeyanern und Curlern in Beschlag genommen.

Anders hinter den Kulissen der Kunsteisbahn. Da ist weiterhin Stillstand angesagt. Der seit Jahren geplante Umbau der maroden Eisbahn in eine überdachte Arena verzögert sich nicht nur, das 15-Millionen-Projekt ist auf Eis gelegt. Der Grund: Die Gemeinden Schwarzenburg und Köniz, welchen die Anlage gehört, müssen für den Bau der Eishalle samt zusätzlicher Eisfläche noch ein Stück Land kaufen.

Der heutigen Eigentümerin dieses Areals, der Zbinden Transporte AG, ist das bisherige Kaufangebot jedoch zu wenig hoch. Die Verhandlungen stagnieren deshalb seit Monaten. «Im Moment ist kein Durchbruch in Sicht», sagte Geschäftsführer Rolf Zbinden von der Transportfirma vor kurzem.

Zusammenarbeit mit Bern?

Die festgefahrene Situation ärgert nicht nur die aus Eishockeyanern bestehende Projektgruppe. Auch auf Behördenseite wächst langsam, aber sicher die Ungeduld. Seit nunmehr fünf Jahren sei er mit dem Dossier beschäftigt, sagt der zuständige Könizer Gemeinderat Thomas Brönnimann (GLP). «Man ist aber noch keinen Schritt vorwärtsgekommen.» Die bisher ergebnislosen Kaufverhandlungen deuteten zudem darauf hin, dass die Angelegenheit zäh bleibe.

«Wenn das zur Sackgasse wird, müssen wir uns andere Varianten überlegen.»

Thomas Brönnimann, Gemeinderat Köniz

Für Brönnimann ist das ein Grund, das Projekt grundsätzlich infrage zu stellen. «Wenn das zur Sackgasse wird, müssen wir uns andere Varianten überlegen», sagt er. Eine Alternative sieht er darin, dass sich Köniz künftig nach Bern orientiert. Beim Weyermannshaus im Westen der Stadt – und damit gleich ennet der Könizer Gemeindegrenze – soll bekanntlich eine Eishalle entstehen. «Für Köniz könnte es interessant sein, sich bei diesem Projekt zu beteiligen.» Im Fall der Weissensteinhalle habe sich die «interkommunale Zusammenarbeit mit Bern» in der Vergangenheit bewährt, so Brönnimann.

Eishalle bei der Badi

Sogar eine eigene Könizer Eishalle bringt der Liegenschaftsdirektor aufs Parkett. Ihm schwebt eine multifunktionale Anlage neben dem Freibad Weiermatt vor, inklusive Kletterhalle und Schwingkeller. «Die Energie könnte man von der Badi nutzen», so Brönnimann. Nicht nur energetisch wäre der zentrumsnahe Standort sinnvoll. «Er ist auch ÖV-technisch super erschlossen.» Das Gelände gehöre der Gemeinde, und es brauchte keine Zonenplanänderung.

Köniz erwägt also den Ausstieg aus dem Gemeinschaftsprojekt Schwarzwasser-Eisbahn – oder sind die laut gedachten Alternativen bloss eine Warnung an die Transportfirma, die partout nicht einlenken will? Von einer Drohung sei keine Rede, sagt Thomas Brönnimann. «Aber wir müssen jetzt einfach in Szenarien denken.»

Die Gemeinden Köniz und Schwarzenburg unterstützen Betrieb und Unterhalt der Schlittschuhbahn jährlich mit je 40'000 Franken. In jüngster Vergangenheit sprachen sie zudem immer wieder notfallmässig Kredite für die Reparatur defekter Systeme, damit die veraltete Anlage nicht ganz schlappmacht. Das dürfe nicht zum Normalzustand werden, sagt Brönnimann. «Diese Eisbahn ist eine riesige Energieschleuder.» Es gelte diese Unterhaltsmassnahmen deshalb ernsthaft zu hinterfragen.

Trainings bis 23 Uhr

Dazu kommt ein chronischer Mangel an verfügbarem Eis. «Die Eisbahn ist voll ausgebucht», so Brönnimann. Trainings fänden bis 23 Uhr statt. Wegen der begrenzten Eisflächen müssten die Hockeyaner zudem gelegentlich auf andere Anlagen ausweichen und dafür teils weite Wege auf sich nehmen – auch mal bis ins Oberland. «Dieser Trainings- und Match-Tourismus ist ökologischer Unsinn.» Jetzt seien Nägel mit Köpfen nötig.

Gut möglich, dass die Ankündigungen aus Köniz hinter den Kulissen der Eisbahn wieder für etwas Bewegung sorgen – und in Sachen Arena-Projekt das Eis zwischen den verhandelnden Parteien doch noch bricht.

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