Eltern ­kritisieren Kibelac

Merlach

Väter und Mütter von 19 Kindern wehren sich gegen die Kündigung einer ­Tagesmutter. Für sie ist die ­Begründung unverständlich.

«Es geht hier um das Wohl unserer Kinder»: Eltern sind besorgt über die Kündigung der Tagesmutter.

«Es geht hier um das Wohl unserer Kinder»: Eltern sind besorgt über die Kündigung der Tagesmutter.

Eine Tagesmutter aus Merlach betreut 19 Kinder. Sie macht dies seit rund zehn Jahren. Dafür ist sie vom Verein Kibelac (Kinderbetreuung See) angestellt. Die private Organisation, bei der die meisten Gemeinden des Seebezirks Mitglied sind, bietet ausserfamiliäre Betreuung für Kinder an. Mit einem Schreiben vom 30. Oktober kündigte Kibelac das Arbeitsverhältnis mit der Tagesmutter, die nicht namentlich genannt werden will. Als Kündigungsgrund macht Kibelac geltend, dass die Frau neben ihrer Tätigkeit für Kibelac auch Kinder über das Jugendamt betreuen wollte.

Laut Isabelle Bohrer, Leiterin des Bereichs Soziales der Gemeinde Murten, könne aus kantonaler Sicht eine von Kibelac angestellte Tagesmutter auch Kinder über das Jugendamt betreuen. Der Vertrag von Kibelac mit der Tagesmutter untersagt dies jedoch. Aus Datenschutzgrün-den konnte auch Isabelle Bohrer nicht weiter Auskunft geben zum konkreten Fall.

«Beide Seiten haben einen Vertrag unterschrieben und müssen diesen einhalten», sagt Susanne Aebischer, Präsidentin von Kibelac und Grossrätin (CVP, Kerzers). «Zu dem konkreten Fall will ich mich aus Datenschutzgründen aber nicht äussern.»

Das Wohl der Kinder

Auch die Eltern der 19 Kinder ­haben ein Schreiben von Kibelac erhalten: die Kündigung des Betreuungsvertrages und das Angebot, eine neue Tagesmutter zu vermitteln. Doch die Eltern wollen keine andere Betreuungsperson. «Wir sind empört über das Verhalten von Kibelac», sagt Sofia Suter, eine der betroffenen Mütter aus Murten. «Es geht hier um das Wohl unserer Kinder.» Ihre älteste Tochter werde seit acht Jahren von der betreffenden Tagesmutter betreut. Es sei für alle Eltern eine emotionale Situation, weil sie nicht wüssten, wie es im Januar weitergehe.

Deshalb haben die Eltern aller 19 betroffenen Kinder ihren Unmut Anfang November in mehreren Schreiben an Kibelac, an sämtliche Gemeinden des Seebezirks, an das Jugendamt und an den Verband Freiburgischer Tagesfamilien kundgetan. Für sie sei die Kündigung in­akzeptabel, «weil wir mit der von der Tagesmutter erbrachten Leistung stets sehr zufrieden waren». Zudem ist in dem Brief von einem kontinuierlichen Qualitätsabbau seitens Kibelac die Rede. Auf angesprochene Anliegen und Probleme werde nicht eingegangen, und die Bürokratisierung nehme zu.

Die Kündigung habe die erwerbstätigen Eltern «in eine emo- tional und auch organisatorisch sehr schwierige Situation gebracht», schreiben die Eltern weiter. Sie fordern Kibelac dazu auf, das Gespräch und nach ­Lö- sungen zu suchen, damit die betreffende Tagesmutter für ihre Kinder wieder angestellt wird.

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