EM 2016

Bern erhält Public Viewing – aber nur im «Summer Beach»

EM 2016Auf der Grossen Schanze wird während der Fussball-EM im Sommer ein Public Viewing stattfinden – dies aber nur im «Summer Beach». Für BDP-Stadtrat und Public-Viewing-Fan Philip Kohli ist dies eine unbefriedigende Lösung.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Auf Berns Grosser Schanze werden in diesem Sommer die Spiele der Fussball-Europameisterschaft in Frankreich auf einer Grossleinwand zu sehen sein. Der Kanton Bern hat dazu mit den Betreibern des sogenannten «Summer Beach» einen Vertrag abgeschlossen.

Ob das Public Viewing im «Summer Beach» wirklich so gross wird wie im Tweet des Kantons Bern impliziert, sei dahingestellt.

Die Organisatoren dieser künstlichen Strandlandschaft mit Lounges und Bars wollten ursprünglich auch auf der Schanzenwiese eine Grossleinwand aufstellen, wie die Kantonsverwaltung am Montag mitteilte. Diese Pläne haben sie aber aufgegeben.

Einerseits könnten wegen Prüfungen an der Universität einige Nachmittags- und Vorabendspiele nicht gezeigt werden. Anderseits würde die Bodenbeschaffenheit und Statik auf der Grossen Schanze aufwändige und kostspielige Installationen erfordern.

Deshalb suchen diese Veranstalter nun einen anderen Standort für ein zweites Public Viewing in Bern. Einer von ihnen sagte der Nachrichtenagentur sda am Montag, sie stünden für ihr Projekt eines Public Viewings mit einer sehr grossen Leinwand auf einem grossen Areal kurz vor der Vertragsunterzeichnung.

Der Kanton Bern beschäftigt sich mit den Public Viewings auf der Grossen Schanze, weil er laut Anton Luginbühl vom kantonalen Amt für Gebäude und Grundstücke dort Grundeigentümer ist. Die Grosse Schanze AG und die SBB nutzten das Gelände dank eines Baurechts.

Nach dem Rückzug der Interessenten für ein Public Viewing auf dem Rasen vor dem Hauptgebäude der Uni Bern kann diese Fläche laut der Mitteilung des Kantons im Sommer von der Öffentlichkeit «im üblichen Rahmen», also ohne Bauten darauf, genutzt werden.

Dies wird erstmals seit längerer Zeit wieder der Fall sein. Wurde doch jeweils im Sommer das Freiluftkino des Telekommunikationsanbieters Orange auf der Grossen Schanze aufgestellt.

Die Firma, die neu «Salt» heisst, beschloss aber im September vergangenen Jahres, die Open-Air-Kinos in Zürich, Bern, Basel und Genf nicht weiterzuführen.

«Wir hätten etwas Grösseres gewollt»

Bereits im Oktober hatten mehrere Stadträte aus den Reihen der Fraktionen BDP/CVP, SP, GLP und SP einen Vorstoss eingereicht. Sie forderten den Gemeinderat darin auf, ein Public Viewing auf einem zentralen und attraktiven Standort in der Stadt zu ermöglichen, dies ohne Konsumzwang. Der Gemeinderat lehnte diese Motion zwar im Dezember ab. Die Motion wurde jedoch anschliessend in ein Postulat umgewandelt. Damit konnte sich auch der Gemeinderat anfreunden.

BDP-Stadtrat Philip Kohli, der den Vorstoss eingereicht hatte, zeigte sich am Montagmorgen wenig begeistert von der Tatsache, dass das Public Viewing nun im Rahmen des «Summer Beach» stattfinden wird: «Das ist nicht in meinem Sinn. Es widerspricht dem, was wir eigentllich gewollt hätten. Die Idee wäre gewesen, etwas Grösseres aufzuziehen.»

Am meisten stört sich Kohli daran, dass man im «Summer Beach» wohl kaum eigene Getränke mitbringen darf, sondern dazu gezwungen wird, Getränke und Essen vor Ort zu beziehen: «Im ‹Summer Beach› kostet ein Bier 8 Franken – wenn ich bedenke, wie viel Bier ich während eines Fussballspiels trinke, kann ich mir für dieses Geld auch gleich einen eigenen Fernseher kaufen und in meinen Garten stellen», so der Stadtrat.

Kohli betont, dass es schwierig sei, für ein Public Viewing im Sommer 2016 einen geeigneten Standort zu finden. Seiner Meinung nach ist aber beim Berner Gemeinderat auch der Wille nicht vorhanden. Ob er sich weiterhin dafür einsetzen wird, dass es in Bern ein grösseres Public Viewing ohne Konsumzwang geben wird? «Ich werde mit den Mitmotionären Rücksprache nehmen. Es stellt sich jedoch schon die Frage, ob es sich noch lohnt.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.02.2016, 11:37 Uhr

Artikel zum Thema

Berner Stadtrat spricht sich für Public Viewing aus

Bern In der Stadt Bern soll während der Fussball-Europameisterschaft im Sommer 2016 ein Public Viewing ermöglicht werden. Das Stadtparlament hat einem überparteilichen Vorstoss zugestimmt. Mehr...

Stadt will Public Viewing auf der Grossen Schanze prüfen

Bern Die Motion, welche Public Viewing für die Fussball-EM bei der Kleinen Schanze fordert, wird vom Gemeinderat abgelehnt. Allerdings schlägt er einen weiteren Ort vor. Mehr...

Auch Stadträte wollen Public Viewing

Bern Nun machen sich auch mehrere Berner Stadträte fürs Public Viewing im kommenden Fussballsommer stark. Am Donnerstagabend soll ein Vorstoss im Stadtrat eingereicht werden. Mehr...

Marktplatz

Immobilien

Kommentare

Blogs

Foodblog Als Meret Oppenheim vom Marzili träumte

Bern & so Freier Kopf

Abo

Immer die Region zuerst. Im Digital-Abo.

Das Thuner Tagblatt digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 29.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Zusammen Pferde stehlen?: Diese drei Isländer stecken ihre Köpfe auf der Pferdekoppel im deutschen Wehrheim zusammen. (16. Januar 2018)
(Bild: AP Photo/Michael Probst) Mehr...