Erich Hess eilt Lyss zu Hilfe

Lyss

Seit Monaten wehrt sich Lyss mit Händen und Füssen gegen ein zweites Bundes­asylzentrum. Nun erhält die Gemeinde Unterstützung von SVP-Hardliner Erich Hess. Mit einer Motion will der Berner Nationalrat die Pläne des ­Bundes bekämpfen.

SVP-Nationalrat Erich Hess will sich mit einer Motion gegen das Bundesasylzentrum in Lyss wehren.

SVP-Nationalrat Erich Hess will sich mit einer Motion gegen das Bundesasylzentrum in Lyss wehren.

Der Entscheid sorgte für Verärgerung. Anfang April machte das Staatssekretariat für Migration mit dem Entwurf des Sachplans Asyl definitiv klar, das Kasernenareal Lyss ab 2025 in ein Bundesasylzentrum mit 350 Schlafplätzen umfunktionieren zu wollen. Dies, obwohl 2019 bereits das kantonale Durchgangszentrum Kappelen zu einem Bundeszentrum mit 270 Plätzen wird.

Gleich zwei Bundesasylzentren in einer Ortschaft? «Das geht einfach nicht!», echauffierte sich Andreas Hegg (FDP). Der Lysser ­Gemeindepräsident sprach von einem unsolidarischen und respektlosen Vorgehen des Bundes – und kündigte an, sich «mit allen Mitteln» gegen ein zweites Zentrum zu wehren.

Wachsender Widerstand

Der Widerstand liess nicht lange auf sich warten. Im Grossen Rat wurde eine dringliche Motion gegen die Pläne des Bundes eingereicht. Im Rahmen einer Petition sammelte die örtliche SVP über 1800 Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern, die ebenfalls nichts von einem zweiten Asylzentrum wissen wollten. Dazu gingen in der Mitwirkung aus der Bevölkerung Hunderte Eingaben dagegen ein.

Und: Wenn auch eher aus Zufall, tauchte Mitte Mai aus dem Nichts ein alter Vertrag auf, der es dem Bund offenbar verbietet, das für das Asylzentrum vorge­sehene Kasernenareal für nicht militärische Zwecke zu nutzen.

Hess hilft Hegg

Nun erhält Lyss auch noch Unterstützung auf Bundesebene – und zwar von Nationalrat Erich Hess. Wie der SVP-Hardliner am Donnerstag mitteilte, will er mit einer Motion den Bundesrat dazu bringen, auf das zweite Bundesasylzentrum zu verzichten. «Mit zwei Zentren würde die Belastung für die ansässige Bevölkerung zu gross», findet Hess. Den Lysser Gemeindepräsidenten Andreas Hegg freuts: «Für uns ist jegliche Unterstützung unseres Anliegens gut.»

cha

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