Zum Hauptinhalt springen

Erste Runde geht an die Migros

Stefan Hofer zieht seine Einsprache gegen das Migros-Provisorium im Kappelenring nicht weiter. Doch Fortsetzung folgt zwischen Migros und Hofer: Hängig ist noch das Baugesuch für Abriss und Neubau des Chappelemärits.

Stefan Hofer, hier vor den Profilstangen zum Migros-Provisorium am Kappelenring. akzeptiert den Entscheid der kantonalen Baudirektion.
Stefan Hofer, hier vor den Profilstangen zum Migros-Provisorium am Kappelenring. akzeptiert den Entscheid der kantonalen Baudirektion.
Andreas Blatter

Die Migros Aare und SVP-Grossrat Stefan Hofer, das ist keine Liebesbeziehung. Schon mehrmals kreuzten sie die Klingen: Bei einem Bauprojekt in Münchenbuchsee, im Presidents Club der Berner Young Boys und bei einem Migros-Neubau in Hinterkappelen. Beim Letzteren geht es gleich um zwei Streitgegenstände. Hofer hat nicht nur gegen den ­Abriss und den Neubau des Chappelemärits Einsprache erhoben.

Schon zuvor bekämpfte er das geplante Ladenprovisorium der Migros, schräg vis-à-vis auf der grünen Wiese.Ein solches Provisorium auf Landwirtschaftsland sei nicht zonenkonform und damit nicht bewilligungsfähig, argumentierte Hofer. Und er verwies auf ein ähnliches Provisorium im Berner Breiterainquartier. Der Regierungsstatthalter lehnte dieses Projekt auf der Kasernenwiese ab. Hofer war sich im Mai sicher, weil die Rechtslage klar sei. Er kündete gegenüber dieser Zeitung an, die Einsprache bis zum Ende durchzuziehen, sprich bis vor Bundesgericht.

Und er betonte immer wieder, dass es ihm alleine um die Sache gehe und es keine Racheaktion gegen die Migros sei. So recht glauben wollte das ihm aber niemand. Von Anwohnern im Kappelenring wurde gar angezweifelt, dass Hofer überhaupt einspracheberechtigt sei. So etwa an der Gemeindeversammlung vom Dienstagabend. Doch Hofer besitzt tatsächlich eine Wohnung in unmittelbarer Nachbarschaft.

Begründung einleuchtend

Nun steht aber fest: Stefan Hofer zieht das Einspracheverfahren gegen das Ladenprovisorium nicht bis zum Ende durch, nachdem die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) seine Beschwerde abgewiesen hat. Er gelangt nicht ans Verwaltungsgericht. Er könne die Begründung im Entscheid der BVE nachvollziehen, schrieb er am Donnerstag in einer Mail. Auf Nachfrage ergänzt er, dass der vorgesehene Standort der einzig mögliche sei. Das müsse er akzeptieren.

Wohlens Gemeindepräsident Bänz Müller (SP plus) ist erfreut, dass nun die Baubewilligung für das Migros-Provisorium rechtskräftig ist. Für den Wohlener Gemeinderat war es ein grosses Anliegen, dass es ein Provisorium gibt während der rund zweijährigen Bauzeit. Denn das Ladenzentrum Chappelemärit ist die einzige grössere Einkaufsmöglichkeit in Hinterkappelen mit seinen rund 4500 Einwohnern.

Eine zweite Knacknuss

Noch ist die Bahn nicht frei für den Abriss und den Neubau des Chappelemärits, der auch 35 Wohnungen enthält. Gegen dieses Projekt sind zwei Einsprachen hängig, eine davon kommt ebenfalls von Stefan Hofer. Aufgrund dieser Eingaben hat die Migros letzte Woche bei der Gemeinde ein neues Verkehrsgutachten eingereicht, das eine kleine Veränderung bei der Parkplatzsituation beinhaltet. Diese sei aber geringfügig, sodass keine neue Publikation dieser Projektänderung nötig ist, heisst es auf der Bauverwaltung. Das Gutachten wird nun in die Einspracheverhandlungen einfliessen.

Wie lange dieses Bewilligungsverfahren geht, ist offen. Wieder wird Stefan Hofer das Zünglein an der Waage spielen. Zum Neubauprojekt äussern könne er sich nicht, weil er noch nicht im Besitz des Verkehrsgutachtens sei.

Und wenn am Schluss das Neubauprojekt durchfällt, bleibt die Baubewilligung für das Ladenprovisorium wertlos. Die beiden Projekte sind eng miteinander verknüpft: Ohne Abriss und Neubau braucht es kein Provisorium.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch