Espresso mit Motorradhelm

Bern

Telemaco Cesari führt wieder eine Bar in Bern –mit Kaffee, Kleidern, Töffutensilien. 

Fliegender Barista übt Sesshaftigkeit: Telemaco Cesari. Foto: Raphael Moser

Fliegender Barista übt Sesshaftigkeit: Telemaco Cesari. Foto: Raphael Moser

Es gibt naheliegendere Ideen, als eine Kaffeebar mit der Ausrüstung schwerer Töffjungs zu kombinieren, mit abgefahrenen Lederjacken, glitzernden Helmen, geringelten Kniesocken, gefährlichen Brillen. Aber für den Harley-Fahrer Telemaco Cesari ist es das Normalste der Welt: «Kaffee, Kleider und Motorräder sind wichtig für mich, nichts spricht dagegen, in einem Laden zusammenzuführen, was ich liebe.» 

Cesari ist eine illustre Figur im Berner Kaffee-Business. Zwischen 2004 und 2016 führte er mit seinem Bruder die Bar Cesary am Kornhausplatz. Danach befuhr er Bern wehenden Bartes mit dem Caffèmobil Emma&Paul, benannt nach dem dreirädrigen Rollermobil Emma und der Kaffeemaschine Paul. Nun hat Emma&Paul eine feste Adresse an der Effingerstrasse 6a, im Lokal des früheren Jeans-, Biker- und Army-Shops Salathé. Im Moment handle es sich noch um ein Pop-up, aber er wolle längerfristig dableiben, sagt Cesari. Auf Anfrage sei er weiterhin mit dem Caffèmobil buchbar.

Auch für Velofahrer

Nach dem Ende des Cesary schwor er sich, vom Barbetrieb Abstand zu nehmen. Jetzt ist er doch zurück, «weil hier Konditionen und Partner für mich stimmen». Cesari ist mit Emma&Paul zur Untermiete beim im selben Lokal domizilierten Kosmetikstudio Anima, für das Geschäft mit den Motorradutensilien kooperiert er mit Mayhem Kustomz aus Zollikofen.

Die neue Bar hat Cesari mit Freunden grösstenteils selber eingerichtet. Die Stimmung an der Effingerstrasse sei toll, schwärmt er, vermeintliche Konkurrenz wie etwa das benachbarte Co-Working-Café Effinger sähen sein Projekt mit Wohlwollen. «Es ist urban hier, man anerkennt, dass jemand, der etwas eröffnet, neues Publikum anzieht, von dem alle profitieren.» Seine Bar sei kein Motorradfahrer-Treff. «Alle sind willkommen, natürlich auch Radfahrer», grinst er. Zumal mehrere seiner Kumpels den Töff verkauft und nun plötzlich ein Rennvelo angeschafft hätten.

jsz

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